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Hessische Verbandsjagd im Hochtaunus

Unweit der Gründungsstätte der Taunusmeute liegt idyllisch im Naturpark Hochtaunus “Hof Hirtenberg”, welcher lange Jahre das Signum „Dressurausbildungsstall” trug. Das ist dem Hof nicht entzogen worden - Dressur geritten und gefördert wird hier immer noch bis zur schweren Klasse. Doch seitdem Hausherr Dr. Konstantin Mettenheimer bei der Taunusmeute einen Jagdreiterlehrgang unter Leitung von Dr. Gerhard Bosselmann absolvierte, stehen inzwischen drei Jagdpferde in den Stallungen. Die Zahl der Geländehindernisse wuchs von Jahr zu Jahr.

Nach zwei Eröffnungsjagden für die Taunusmeute, dem Gründungsritt zum 50jährigen Jubiläum der Meute und einer Nikolausjagd hat sich Hof Hirtenberg inzwischen als veritabler Standort für Schleppjagden etabliert. Und so wundert es nicht, dass die Verantwortlichen des Pferdesportverbandes Hessen in diesem Jahr die Landesverbandsschleppjagd dem Reitverein Hof Hirtenberg anvertrauten.


Wie groß der Zuspruch war, lässt sich schon allein daran ablesen, dass die Zahl der von Ferne angereisten Gäste es notwendig machte, ein Stallzelt aufzustellen. Von der Trave bis zur Mosel reichte die Herkunft der Reiter aus mindestens sechs Meuten. Am Vorabend der Jagd waren im nahe gelegenen Gasthof 15 Plätze reserviert worden - am Ende platzte der Saal bei über 60 Besuchern fast aus den Nähten und brachte das Personal an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit.



Am Tag der Jagd empfingen Familie Mettenheimer und das Team vom RV Hof Hirtenberg die Gäste bestens vorbereitet in ihrer ohnehin gepflegten Hofstelle, die jetzt zum Anlass passend  herrlich herbstlich geschmückt war. Wohlwollend streifte der Blick der Präsidentin Julia Läßig über die Tischdeko in der herbstlich dekorierten Reithalle. Daß die Farben der Familie Mettenheimer blau und gelb auch die Farben der Taunusmeute sind, gefiel ihr sichtlich. Der Jagdherr vertraute ihr das zweite nichtspringende Feld an.


 
„Hörnerklänge, Hundeläuten, Pferdewiehern, Peitschenknall, Herbstlaubknistern, Morgennebel, Frostwind zaust den Sonnenstrahl“ zitierte Mettenheimer das Gedicht von Harald Mayer zu Beginn seiner Begrüßung. Und übergab an Robert Kuypers vom PSV Hessen.  „Nach Herrn Dr. Mettenheimer reden zu müssen, ist wie nach Pavarotti zu singen”, begann dieser seine Ansprache und dankte den Ausrichtern herzlich für die Organisation.  Kaplan Dr. Walter Simon hielt eine stimmungsvolle Hubertusandacht, und segnete die Mensch und Tier.  Die Messe wurde musikalisch untermalt  von den Bläsern der Rallye Rheingau. Auch der Taunusmeuten-Rentner, Foxhound Poldi, der inzwischen beim Bläserehepaar Manuela und Markus Wißkirchen wohnt, stimmt mit ein.  



Mettenheimer mahnte zu besonnenem Reiten. Trotz angeknackster Rippe ließ er es sich nicht nehmen, die Schleppe zu begleiten. Die Schleppe wurde gelegt von Dr. Gerhard Bosselmann. Der jagdreitende Jagdreisende ist selbst Jagdherr bei verschiedenen Jagden und war hier auf Hof Hirtenberg ein Jahr zuvor nach der Eröffnungsjagd Mitglied bei der Taunusmeute geworden. Er hatte die Strecke zusammen mit Mettenheimer ausgetüftelt und legte mit seinem Verlasspferd “Dr. Ditch” die Schleppe.

Die Hunde wurden geführt von Brigitte Roggendorf und Jörg Pfeiffer. In fast identischer Besetzung hatten Equipage und Meute nur zwei Tage zuvor die Landesverbandsschleppjagd im Saarland bestritten. Aber von Müdigkeit keine Spur!



Eine Landesverbandsschleppjagd ist kein Kindergeburtstag. Und auch wenn die erste Schleppe noch sprungfrei war, so hatte sie mit leichten Bergabwärts-Passagen gerade für die norddeutschen Hunter ungewohnte Anforderungen. Auf der zweiten Schleppe dann die ersten Sprünge und auf der dritten ein nicht zu umreitender Graben - das zweite Feld wurde separat geführt - und ein “Durchgalopp” durch eine Weidehütte.

Auf der vierten Schleppe gleich zwei Gräben und zahlreiche Sprünge. Danach dann ein gern genommener Bügeltrunk, gereicht von Familie Oetelshoven, den Eignern der Grundstücke, über die die vierte Schleppe ging.


Ein Wasserdurchritt, der einzeln und im Schritt absolviert werden musste, nahm etwas Tempo heraus. Es folgten eine lange Wiesenschleppe, wieder ein Wasserdurchritt  - diesmal im Galopp - und dann eine lange Steigung im Wald. Wessen Hunter bisher noch gegen die Hand ging, der konnte spätestens jetzt mit leicht anstehendem Zügel reiten. Dann der wohlverdiente Stop auf eine Wiese mit traumhaftem Ausblick über den Taunus.



Hiernach auf einer Bergabschleppe mit zwar nur einem Sprung, der aber bergab. Und dann Halali-Schleppe - wieder ein Graben und drei weitere Sprünge und ein prächtig geschmückter Halali-Sprung.


 
Beim Halalifeuer erhielten die Hunde ihr wohlverdientes Curée und die Frau des Jagdherren, Dorothée Mettenheimer verteilte die Brüche an die Reiter und Bläser. Nachdem die Pferde und Hunde versorgt waren, stärkten sich die Reiter und Gäste am warmen Buffet und die Reithalle wurde zur Diskothek umfunktioniert.

 

Text: Julia Läßig und Peter Jäger. Bilder von Peter Jäger und Martin Diehl. Die ganze Jagd ist dokumentiert auf deren Webseiten https://www.pictrs.com/givemeasmile/3326314
und jagdfotos.de