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Der Ritt auf dem Diamantencollier

Es ist Mittwoch, 14 Uhr – sechzehn Reiter hinter Hunden, zeitweise Regen und ein Gelände, das seinesgleichen sucht. Sieben Hindernisse, keine Zuschauer - wo gibt es denn so etwas und was fehlt!? Das gibt es in Schneeren bei Neustadt am Rübenberge, bei zwei Jagdherren, die ihr Geschäft verstehen. Antwort: Gefehlt hat gar nichts. Kersten Lieker und Cay Wulf hatten geladen.

Ich hatte das Vergnügen, 2017 schon dabei gewesen zu sein. Schon damals waren alle Reiter begeistert. Aber was diesmal geboten wurde, war einmalig. Kersten sagte bei seiner Begrüßungsrede, die mehr ein Gespräch mit den Reitern war: „Wir haben mehrere Diamanten aneinander gefügt zu einem Collier. Ich hoffe, es gefällt euch.“ Kurz gesagt, es hat gefallen.   


Die Hunde der Niedersachsen-Meute liefen super, eigentlich zu schnell, aber wie soll man sie langsam machen?
Die sieben Schleppen waren gespickt mit Highlights. Ein Abhang 15 Meter tief herunter in eine Sandgrube, durchs Wasser und auf der anderen Seite wieder hoch. Oder durch den Wald, aber nicht immer auf den Wegen sondern mitten durch den Bestand. Da bekommt der Begriff „auf Boden wie gewachsen“ eine völlig neue Dimension. Fußspitzen und Knie  einziehen, Galoppwechsel in Serie, ganz ohne Hilfengebung, die Pferde machen das schon. Dann aus dem Wald kommend die Halalischleppe, noch mal mehrere Bögen, die die Hunde super ausarbeiten, auf einer Wiese, die von ihrer Größe her auch solch eine Schleppe zuließ. Im spitzen Winkel aus der Wiese heraus, und schon hörten wir Halali.



Der Master der Niedersachsenmeute, Leonard v. Schultzendorff, sagte beim anschließenden rustikalen Knipp-Essen: "Das war eine Jagd, die wird mir im Gedächtnis bleiben."
Ich kann nur Danke sagen für diese Jagd. Ich weiß, solches Reiten in diesem wirklich sehr anspruchsvollen Gelände, das ist nicht jedermanns Sache, aber ich glaube, die Reiter, die dabei waren, freuen sich auf nächstes Jahr. Ich tue es jedenfalls. Mein Gott, war das schön!


Text: Joachim Haberzettl und Fotos: Jasmin Haberzettl und Kersten Lieker