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Klimke verteidigt Titel und Team holt Gold

„Unsere“ Europameisterin Ingrid Klimke und ihr „Bobby“ Hale Bob haben in Luhmühlen erfolgreich ihren Titel verteidigt. Ein Patzer von Michael Jung und Chipmunk am Aussprung der letzten Zweifachen bescherte der Münsteranerin den erneuten Sieg mit ihrem Dressurergebnis von 22.2 Punkten. Silber blieb wie in Strzegom 2017 für Michael Jung (24.8). Zusammen mit Andreas Dibowski und Kai Rüder haben die beiden auch souverän den Mannschaftstitel wiedergeholt. Ihre 82,5 Minuspunkte gaben dem schwarz-rot-goldenen Quartett einen deutlichen Vorsprung vor den Briten mit 104,8 und dem Team aus Schweden 105.1.

Das Thema Hunting war damit gut vertreten auf dem Podium, denn Einzelbronze sicherte sich der junge Ire Cathan Daniels mit Rioghan Rua. Der 22jährige hatte sich von Platz 13 in der Dressur mit einem fehlerfreien Ritt durch den Parcours noch von Platz 6 nach vorn geschoben (29.0 Punkte). Daniels und die Stute „Red“ haben schon vor sechs Jahren zusammen das erste von zwei Junioren Team-Goldenen geholt und gehörten zum Silber-Team der Weltmeisterschaft in Tryon im vorigen Jahr. Daniels hat zu Hause in Irland einen Stall mit 15 Pferden, und die Familie hält auch zwölf Koppeln Foxhounds.  



Hätte, hätte Fahrradkette… So ein Riesenpech für Kai Rüder: Mit seiner Nullrunde im Springparcours hätte er eine Einzel-Medaille sichern können - wenn nicht das Pech aus dem Gelände an seinem Wertungsbogen geklebt hätte. „Ich gehe gerne noch mal an den Start zurück“, wünschte er sich ein Zurückspulen der Geschehnisse von Samstag. Colani Sunrise hatte einen Anfall von Nerven vor der Startbox, war schon von der Führkette gelöst, hatte Sprung 1 in den Blick genommen und ist losgestürmt, leider zu früh und ohne die Startlinie zu passieren. Rüder musste ihn schwer einfangen und sehr diplomatisch überreden noch einmal in die Startbox zu gehen. Rüder: „Man kann ein Pferd zu nichts zwingen, nur ganz leise bitte, bitte machen.“ Die Uhr lief, und in einer Wahnsinns-Aufholjagd preschte das Paar dann über den schweren Kurs in der Heide. Ganz aufholen ließ sich das Versäumnis von 40 (!) Sekunden zwar nicht, aber auf der Schleppe wäre den beiden kein Hund jemals davongerannt. Mit den Strafpunkten für Zeitüberschreitung wurde das Fehmarner Paar dann dreißig Plätze nach hinten durchgereicht. Umso wertvoller war die Sonntags-Null-Runde im Springen. „Das war gut für das Team und vor allem für mein Ego“, bekannte Rüder nach dem Ritt über den dicken Parcours mit drei Zweifachen Kombinationen. Vor der Mauer habe ich mir dann einfach Zeit gelassen und es genossen und wollte nur nach Hause reiten.“ Das Gesamtfazit nach der Heide-EM: „Das Gefühl aus den drei Ritten nehme ich mir mit in die Zukunft für andere große Aufgaben. So etwas wie hier, das passiert uns dann wenigstens nicht noch einmal. Wenn das das ganze Pech an diesem Wochenende für das Team war, dann nehme ich es gerne auf mich.“
Text und Fotos: PS