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250 Jahre Peterborough - Festival of Hunting

Seit 250 Jahren gibt es die Royal Foxhound Show im englischen Peterborough. Die ist zwar  längst nicht mehr nur den Foxhounds vorbehalten sondern firmiert als „Festival of Hunting“ und zeigt Meute- und Jagdhunde jeglicher Coleur. Aber um die Exklusivität weiter zu unterstreichen findet das Event immer an einem Mittwoch statt. In diesem Jahr waren drei Richter aus Germany eingeladen.

Busso und Angela Freise, die die Weser Vale Hunt als einzige deutsche Bloodhound-Meute führen, bewerteten die Bluthunde und Dr. Gerhard Bosselmann vom Hamburger Schleppjagdverein stand zunächst als Stewart neben ihnen. Später bewertete er mit Paul Smith MFH die Draghounds. Die Vorbereitung auf den großen Test erfolgte mit akademischer Gründlichkeit: bei einem „Seminar“ in Dalborn. Freises gaben auf ihrem Rosenkotten Einblick in die Zuchtziele und den idealen Typus des Bluthundes – der nicht blutrünstig ist sondern die Bezeichnung „Blut“ steht für Reinzucht, seit noch mehr Jahren als die Peterborough Hound Show. „Da habe ich sehr viel gelernt“, bekannte der studierte Landwirt und Bäckermeister Bosselmann. Das nächste notwendige Kapitel hat er sich selbst beigebracht. „Ich habe seitenweise englische Vokabeln gelernt, die die Körperteile eines Hundes bezeichnen.“ Das hat dann wohl gesessen. Denn zunächst wurde zwar sehr intensiv beobachtet, was „der Deutsche“ da so von sich gab im Ring. „Aber: ich darf im kommenden Jahr wiederkommen.“



Das wird nicht zuletzt auch an seiner Partnerin gelegen haben. „Ich durfte Schleifenmädchen sein,“ berichtete Ute Knorr. Das war nicht das einzige Bemerkenswerte. Bosselmann: „Ein unfassbares Erlebnis nahezu alle englischen Meuten dort zu treffen. Meuten, wie die Quorn, die seit 1750 in unveränderter Form existieren und beeindruckende Hunde züchten - darüber hinaus Beagles, Foxhounds, Draghounds, Terrier, Bassetts und viele mehr. Oder die Fitzwilliam, deren Kennels in einem Wachturm aus der Npormannenzeit untergebracht sind. Welch lebendige Geschichte und echte Tradition!“


Jedes Jahr treffen sich in Peterborough in Leicestershire Jagdmeuten aus ganz England zur vielleicht größten Hound Show in Europa auf dem East England Showground. Das dortige Geschehen fasst Busso Freise so zusammen: „Großer Auftrieb: Inter Hunt Relay für berittene Teams der Meuten. Fünf Vorführringe der Meuten, großes Zelt für die Foxhounds, VIP Lunch Marquee, The Hunt Marquee, 68 Verkaufszelte für alles rund um Hounds und Hunting.“


Acht Bloodhound Meuten und vier Draghound Meuten stellten sich in den einzelnen Klassen den Richtern. Für interessierte Besucher ist es immer interessant, einen Überblick über die Qualität der Hounds aus den einzelnen Meuten zu bekommen. Am Rande gab es viele Kontakte zu den Masters, die für zukünftige züchterische Projekte von Bedeutung sind.
So sieht ein Champion Hound bei den Bloodhounds aus: "Marmite" von der Cranwell Hunt, hier  mit  Kennel Huntsman Frank Goddard.


Neben der anstrengenden Arbeit, als Judges viele Hunde zu beurteilen, gab es auch die Gelegenheit, andere Hunderassen zu erleben, wie Foxhounds, Bassetts, Beagles, Harrier, Terrier, Greyhounds, Salukis, Deerhounds, Whippets und Fellhounds... und vieles mehr. Abends zum Abschluss Drinks, Canapees und Horn Blowing Competition auf Einladung des Sponsors Lycetts in der Hunt Marquee.


Apropos Hunting Ban. Interessant ist die Tatsache, dass die Schleppjagdmeuten inzwischen eine eigene Association gebildet haben, die mit den Bloodhounds assoziiert sind. Foxhounds sind in England immer noch etwas Besonderes – so besonders, dass „richtige Foxhounds“  nicht mit Meutehunden für die Schleppjagd gemeinsam bewertet werden können. Sie sehen zwar genauso aus, aber…  Jedenfalls waren zum Abschluss die Judges noch Gäste des Chairman der „Masters of Bloodhounds and Draghounds Association" und Masters der Cranwell Bloodhounds. Philipp Broughton und seine Frau Wendy bewohnen einen sehenswerten Landsitz in Lincolnshire.


Text: Petra Schlemm und Fotos: Ute Knorr