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Freudenfest in Thedinghausen

Eine Jagd ist ein Freudenfest – wenn alles gut läuft jedenfalls. Und Anlässe für Glücksgefühle gibt es viele. Sehr oft hängen sie zusammen mit den Tieren, mit denen die Reiter einen Jagdtag erleben, mit ihren Pferden und den Hunden, mit dem Dreiklang aus Mensch – Natur – Umwelt. Thedinghausen 2018 war so ein Beispiel.

Als er das Jagdbuch seiner Familie hervorholte, fiel dem Jagdherrn Dr. Matthias Röpke erst das besondere Datum auf. 50 Jahre Jagd des Bremer Reitclub auf Gut Schlieme bei Familie Klatte. Schon vorher ist in der Horstedter Marsch geritten worden, aber von Schlieme aus eben „erst“ 50 Jahre. Seit 2001 hat die Familie Röpke die Jagdherrschaft – da winkt schon das nächste Jubiläum. 27 Reiter im springenden Feld, viel mehr als im zweiten, vier eifrige Ponyreiter hinter Babette Soltau im Jugendfeld, Musik der Rallye Trompes des Landes, dazu bestes trockenes Jagdwetter – auch darüber kann man sich freuen.



Viele Anlässe für Freude: Dr. Röpke freute sich über sein neues Pferd. Der sechsjährige Fabius hat jetzt zum dritten Mal den bewährten Elliot abgelöst, mit dem Röpke 15 Saisons unterwegs gewesen ist. „Ich freue mich, dass wir alle gesund hier sitzen und merke erst jetzt, was es für eine Gnade ist ein erfahrenes Jagdpferd zu haben,“ bekannte der Jagdherr beim Schüsseltreiben in der zünftigen Bauerndiele in Riede am Deich. Freude bei Hildegard, dass ihr Schecke nach neun Monaten Pause wieder fit ist. Freude bei Tilmann, dass sein neues Pferd auch ohne die Aufziehtrense geht, die in der Sattelkammer hängengeblieben war.


Freude bei Lena aus Luhmühlen, über Lou, über ihre neue entdeckte Leidenschaft für das Jagdreiten, über die „vielen netten Leute“, die sie kennengelernt hat, seit sie im vorigen Jahr in Langendorf als Zuschauerin auf einem Traktoranhänger beschlossen hat: „Im nächsten Jahr reite ich da mit.“ Lou schien die Freude zu teilen. Wie ein Hund steht der siebenjährige Braune interessiert-gelassen neben seiner Reiterin, die den Trakehner aus gutem jagdlichen Haus von Heiner Windhorst übernommen hat, nachdem er sich beharrlich jedem Reitversuch entzogen hat und niemanden überhaupt nur aufsteigen ließ. „Das war ein langer Weg bis heute“, bekennt sie - aber jetzt sind die beiden „angekommen“. Acht Jagden im ersten Feld haben sie schon hinter sich in der ersten Saison.


Freude bei Master Casimir von Schultzendorff, über seine Piköre, über die Hundearbeit, über Gustav mit dem roten Halsband, der seine erste Jagd außerhalb von Dorfmark bestritten hat, über die vier Rehe, mit denen es eine Begegnung, aber keine Berührung gab. „Die Rehe werden immer schneller hier, sie entwickeln sich mit uns.“ Madeleine Wätjen als Schleppenlegerin und Victor Siemers als Begleiter boten ihre ganze Erfahrung auf, um die Hunde interessiert und auf Kurs zu halten. „Die Hunde konnten links das Halali schon sehen und haben trotzdem den Bogen nach rechts noch gut ausgearbeitet,“ hob der Master hervor. Es gibt viele kleine und große Anlässe für Freude. Das kann dann auch eine Unterschrift auf einem Aufnahmeantrag der Niedersachsenmeute sein, geleistet von „Basti“ Klatte, motorsägen-affiner Ehemann von Kathrin Badenhop. Er setzt jetzt die Reihe der NM-Neu-Mitglieder jenseits der 800 fort.


Text und Fotos: Petra Schlemm. Die Jagd im Detail auf vielen Bildern bei foto-ix.de