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Nix für Angler: Karpfenjagd in Roth

Die „Karpfenjagd“ in Roth – das ist eine ganz besondere Geschichte und wahrlich kein „Anglerlatein“. Dahinter steht ein ungewöhnliches Förder-Konzept, gutes Essen und das Erinnern an Veit Sipos, einen Fotografen im Reitclub Roth-Kiliansdorf, der schwer krank geworden war, aber einmal erleben wollte, wie sich Jagdreiten anfühlt.

Bereits zum 17. Mal läutete der Rother Reit- und Jagdclub im Ortsteil Kiliansdorf zur „Karpfenjagd“ im Gedenken an Veit Sipos, und mehr als 40 Reiter aus ganz Franken machten sich auf den Weg - nach einem leckeren Frühstück bei dem voller Vorfreude auf eine schöne und lehrreiche Karpfenjagd angestoßen wurde. Markus Kratzer, der Hausherr und der Vorsitzende des Clubs führte in bewährter Manier das „sportliche Feld“, während Nicole Zwingel, das „gesellige Feld“ auf einer separaten Strecke leitete,  auf der ebenso sichergestellt war, dass jeder auf seine Kosten kam.


Immer wieder hatten alle Gelegenheit, die wunderschönen Ausblicke auf Wiesen und Wälder der wunderschönen Gegend rund um Roth zu genießen. Vorbei am Truppenübungsplatz und erstmals mit einigen Hindernissen auf der Strecke wurde die „Karpfenjagd“ wieder zu dem Erlebnis – getreu dem Motto „Alles kann, nichts muss“.
Die Reiter genossen die Gespräche unter langjährigen Freunden unter die sich viele neue Gesichter gemischt hatten. Für die einen ist es der Ausklang nach einer tollen Jagdsaison, noch einmal Freunde treffen und mit dem Pferd ein paar schöne Stunden verbringen, für andere ist es das Erlebnis, auf das sie schon lange hinarbeiten, um endlich an einer Jagd teilnehmen zu können. So waren auch wieder viele Newcomer und auch junge Pferde, die sich an eine größere Reitergruppe gewöhnen sollten, in Roth- Kiliansdorf hervorragend aufgehoben. Dieses Miteinander zeichnet die außergewöhnliche Nachwuchsveranstaltung in Roth aus. Gerade die Möglichkeit ohne Druck wechseln zu können und je nach Situation in der ruhigen Schritt-Trabgruppe sein Glück zu versuchen oder seinen Mut und Geschick bei den sportlicheren Reitern unter Beweis zu stellen ist hier einzigartig.


Am Ende des Tages war das Resumée: tolle Stimmung, harmonisches Miteinander und am Abend das traditionelle Karpfenessen in gemütlicher und vor allem lustiger Runde, an dem, neben einem Jahresrückblick und der Veranstaltungsvorausschau 2019, der Förderpreis des Reiterhof Roth-Kiliansdorf „Hunter oft he Year“ vergeben wird. In diesem Jahr ging der Wanderpokal  für ausgezeichnete reiterliche Entwicklung an Manuel Tiefenthaler, der sich sehr über die Auszeichnung freute.


Markus Kratzer erläutert die Hintergründe hinter diesem Jagdbericht noch genauer: „Die Veranstaltung geht auf einen unserer früheren Fotografen, Veit Sipos zurück. Er war damals schon an Parkinson erkrankt und wollte unbedingt einmal das Gefühl erleben, wie es ist selbst zu reiten. So organisierte er unter Mithilfe einiger Leute bei uns im Club eine eigene Jagd. Er suchte eine Strecke aus, die nur im Schritt geritten wurde und an der alte oder auch ganz junge Pferde und Reiter teilnehmen konnten (und natürlich er selbst als schwer Kranker). Von dieser Basis-Strecke aus konnten die geübteren Reiter und Pferde immer wieder abbiegen und dort in der Gruppe galoppieren und über unsere festen Hindernisse reiten. Am Ende ritten wir dann immer in unseren Springgarten und dort konnten vor dem Halali die Teilnehmer, die sich daran versuchen wollten, noch einmal unter „Laborbedingungen“ springen. Das Meet fand seither in einem jagdlichen Rahmen mit jagdlichem Benimm statt, also angemessene Kleidung, Bläser, Jagdbuch, Horrido, Halali und zur Ehre nach deutschem Brauch, die Brüche.
Schnell haben wir gemerkt, das das eine hervorragende Einstiegsmöglichkeit ist, weil wirklich für jeden Reiter und jedes Pferd etwas dabei war um sich an die Sache heran zu fühlen. Veit Sipos lud dann am Abend zu einem Karpfenessen ein – daher der Name „Karpfenjagd“. Der Vorstand hielt nach dem Essen eine Rückschau auf das abgelaufene Vereinsjahr und gab eine kleine Vorausschau über die Planungen für das kommende Jahr. Dann wurde seit 2001 noch der Förderpreis „Hunter oft he Year“ verliehen. Den Preis in Form eines Wanderpokales erhalten Reiter, die sich konstant, nachhaltig reiterlich aber auch sonst rund um die „Rother Jagd“ verdient gemacht haben. So ist auch heute noch -nur dass es nicht mehr im Schnitt 15 Reiter sind, sondern jetzt schon über 40. Dies erfordert für die kommenden Jahre ein organisatorisches Umdenken um diese Veranstaltung weiter zu entwickeln. Bislang konnten wir den Einsteigern und Newcomern jeweils erfahrene Reiter zuordnen, nun benötigen wir für die verschieden Strecken um die Hauptstrecke mehr ortskundige Feldführer, die mit Funk untereinander in Verbindung stehen. Auch ist der Springgarten zu klein geworden, so dass wir auf der Springstrecke Hindernisse auf- und wieder abbauen müssen. Also auch hier mittlerweile ein Aufwand, fast wie an einer richtigen Jagd…“
Veit Sipos hätte sicher seine Freude daran.
Text: Larissa Heumann und Fotos: Heike Schrader