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Jagdwochenende in Wörlitz

In die Wörlitzer Elbtalaue lud der Anhaltische Reit- und Fahrverein zur 16. Fürst-Franz-Gedächtnisschleppjagd ein. Zwei Jagden wurden geboten und gut angenommen. Der Sonntag für Newcomer war besonders sorgfältig vorbereitet und wurde dementsprechend auch ein besonderer Erfolg.

Nach der Hubertusmesse vor den Toren des Wörlitzer Parks nahm das Feld am Samstag die vorbereitete rund 23km lange Strecke in Angriff, zum vierzehnten Mal hinter den Foxhounds der Mecklenburger Meute geführt von ihrem Master Gabriel Rodenberg.


Jagd in Wörlitz bedeutet jedes Jahr Galopp über scheinbar endlose Wiesen, frei von Zäunen, Straßen oder anderen Begrenzungen. Dies ermöglicht ein ganz anderes Reiten im Feld. Es wird immer auf breiter Front geritten und jeder Teilnehmer kann zu jeder Zeit die Arbeit der Hunde beobachten. Die Sprünge sind der Weite der Flächen entsprechend extrabreit, zum Teil 20 Meter.

Mittags wurde eine Rast am Elbestrand eingelegt. Pferde und Hunde erhielten die Möglichkeit im Fluss ihre Beine zu kühlen. Begleitet wurde die Jagd von zwanzig Kutschen und Kremsern, in denen einheimische und weit gereiste Besucher den Zauber eines solchen Tages auf sich wirken lassen konnten. Untermalt wurde die Veranstaltung von den Klängen der Anhaltischen Jagdhornbläser aus Dessau.


Nach einem geselligen Abend im historischen Gasthof „Zum Eichenkranz“ trafen sich die Teilnehmer am Sonntag zur zweiten Jagd des Wochenendes. Erstmals war diese Veranstaltung extra für Jugendliche und Jagdneulinge ausgeschrieben. Dieses  Angebot ist auch gut angenommen worden, vier junge Jagdnovizen hatten sich eingefunden, andere nutzten die Gelegenheit ihre jungen Pferde an die Jagd hinter der Meute zu gewöhnen.

Beim Stelldichein stand den Teilnehmer ihre Nervosität noch deutlich ins Gesicht geschrieben, doch die souveräne Ansprache durch den Master Gabriel Rodenberg ließ sie allesamt Mut fassen. Die Veränderung im Verhalten der unruhigen Pferde, als sie von ihren Reitern dicht an die Hunde herangebracht wurden, war wirklich beeindruckend, die Köpfe gingen nach unten, die Ohren steil nach vorn, die Nüstern schnoberten interessiert. Nach fünfzehn Minuten Trab und Galopp im Pack ging es dann auf die erste Schleppe. Die Jagdneulinge hatten dabei alle einen erfahrenen Jagdpaten an ihrer Seite, was Pferden und Reitern zusätzlichen Halt und Sicherheit gab. Selten wurde in Wörlitz so diszipliniert geritten wie an diesem Tag. Nach dem Halalisprung am Fuß der Luisenklippe stand allen Teilnehmern ein breites Grinsen im Gesicht und kaum dass die Neulinge ihre Pferde versorgt und im Festzelt bei Gulaschsuppe Platz genommen hatten, wurde schon gefragt, ob sie im nächsten Jahr an der großen Jagd teilnehmen könnten. Aber bitte – gerne! Mission erfüllt!


Text: Diana Torger und Bilder: Frank Torger