Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte und dabei das Nutzererlebnis zu verbessern. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok Mehr Informationen

Herzebrock, die 50. Schleppjagd hinter der CM

Fünfzig Jahre hinter der Cappenberger Meute. Unter diesem Motto richtete der Reit- und Fahrverein Herzebrock-Rheda seine Jubiläums-Schleppjagd aus. Es war eine überaus gelungene Veranstaltung, die ihrem Zweck in allen Belangen voll gerecht wurde. Das Teilnehmerfeld aus über 100 Jagdreitern und die vielen ungezählten Zuschauer haben der Veranstaltung den rechten Rahmen verliehen, und das Wetter passte dazu.

Gekonnt haben die Akteure um den Jagdherrn Egon Stiens und Joint-Master Stephan Geldsetzer und viele Helfer mitgewirkt. Andreas Westlining hat die Schleppen organisiert, Jan Sievers und Christoph Stecker haben sie gelegt. Geldsetzer und Kennelhuntsman Bernd Funke führten die Meute, unterstützt von den Pikören Irmgard Sievers, Kerstin Lohse und Holger Heming. Die Bläser des Jagdhornbläserkorps Hubertus Wiedenbrück lieferten die Signale.



Ab 10 Uhr füllte sich die Reithalle am Hof Borgmann zum Stelldichein aus dem sich die Hubertusmesse entwickelte, begleitet von den Jagdhörnern. Danach begrüßten die Vorsitzende Christina Merschoff und Jagdherr Egon Stiens die Gäste. Bei dem traditionellen Westfälischen Frühstück konnte jeder seine Kraftreserven auftanken bevor die Pferde noch auf dem Platz bewegt wurden.


Nach dem Signal zum Aufbruch wurde „im dritten Gang angefahren“. Anstatt im Schritt den Hof zu verlassen, ging es gleich im Galopp zur Sache. Insgesamt ging es in allen drei Gangarten über knapp 20 Kilometer Distanz. Dabei wurden 12 Schleppen gelegt. Garniert waren die Schleppen mit über 35 jagdgerechten Sprüngen, welche vom 2. Feld und 3. Feld auch umritten werden konnten.


Die Sprünge waren bestens und abwechslungsreich gebaut, und das Geläuf über Felder, Wiesen und Waldpassagen war perfekt.  
Man merkte sofort, die teilnehmenden Reiter hatten ihre beste Jubiläums-Laune mitgebracht, und es war eine helle Freude, die auf der Schleppe mit Geläut vorbei stürmenden Foxhounds und die springenden und galoppierenden Pferde aus nächster Nähe zu erleben.


Es ist ein unbeschreiblicher visueller Eindruck und es ist auch körperlich spürbar, wenn sich eine Vielzahl Berittener rasant galoppierend auf einen zubewegt.
Dann, nahe genug heran gekommen, beginnt der Boden leicht zu beben, man spürt die schiere Kraft der Pferde, die Macht der Bewegung. Auch die Geräuschkulisse ist umwerfend. Man ist fasziniert und der Zuschauer geht in der Situation vollkommen auf. Genauso schnell wie sie da waren, sind sie auch wieder hinweg, und für den Tross heißt es auf zur nächsten Schleppe.



Zur Halbzeit wurde ein Stopp bei Hof Stiens eingelegt. Aber vor der verdienten Rast musste noch der legendäre Teichdurchritt absolviert werden. Wie in jedem Jahr kam es dabei zu teilweise lustigen, wenn auch wie man vermuten darf unfreiwilligen Showeinlagen. Ernsthafter ging es dann bei der Rast zu. Paul Borgmann wurde besonders geehrt und beglückwünscht. Der Senior ritt bereits mit Rittmeister Franz Jandrey, dem Gründer der Cappenberger-Meute, und der ursprüngliche Eigner des Borgmannshof ist deshalb auch Ehrenmitglied der Cappenberger Meute.



Für die Zuschauer bestand die Möglichkeit sich gemütlich und bequem in Planwagen zu besten Beobachtungspunkten entlang der Schleppen fahren zu lassen.  Alles lief wohlgeordnet und zeitlich perfekt abgestimmt, so dass niemals besondere Eile geboten war, oder sogar Hektik aufgekommen wäre. Das ist sicher kein Zufall! Es gehört schon eine geballte Ladung KnowHow dazu eine Jagd so professionell abzuwickeln.


Der Halali-Sprung zum Ende der Jagd ist in Herzebrock immer ein Highlight für Reiter und Zuschauer und unter Beifall der Zuschauer kehrten die Jagdteilnehmer wieder auf den Hof Borgmann zurück. Auf dem Platz brannte bereits ein großes Feuer. Geldsetzer dankte den Teilnehmern für die gelungene Jagd und liess absitzen. Jetzt durften die 30 Foxhounds ihr verdientes Cureé erstürmen und in gewohnter Manier vertilgen.


Nach Ausgabe der Brüche und der begehrten Jubiläums-Knöpfe ging es weiter in der beheizten Reithalle unter dem Motto: „Tanz und Schwof im Roten Rock“

Mit den zusätzlichen Gästen auch aus dem weiteren Umland waren wohl über 300 Leute bei der überaus beliebten Party dabei. Anderntags erzählte man sich, es hätten mehrere Hektoliter Bier ihre durstigen Kehlen gefunden, und es wurde lang gefeiert, getanzt und geschwoft.

Text und Fotos: Peter und Viviane Jäger. Mehr Bilder von GiveMeASmile.de in der Fotogalerie:   pictrs.com/givemeasmile/9793996