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Franken-Sternstunde für "Sternstunden"

Sie ist das Sport-Highlight im Jagdkalender der Franken, die Schleppjagd in Bad Königshofen im Grabfeld unter der Jagdherrschaft des Präsidenten des Schleppjagdvereins Frankenmeute, Dr. Armin Kirchdorfer. Aber da geht immer noch mehr: Sportlich Jagdreiten für einen guten Zweck. 5000 Euro kamen dabei zusammen.

In diesem Jahr haben der Präsident und der Master Uwe Hochbrückner aus dieser Schleppjagd das ganz Besondere gemacht: diese Jagd fand zu Gunsten der „Sternstunden“ des Bayrischen Rundfunks statt, und sie wurde auch ausführlich von einer TV-Crew begleitet. „Wir haben den fränkischen Jagdgedanken einmal weiter gedacht. Uns allen macht es immer so viel Freude gemeinsam zu reiten und es ist immer wieder herzerwärmend zu sehen, wie die Mitglieder sich gegenseitig und auch neue Reiter im Jagdfeld unterstützen und echte Freundschaften entstehen. Als wir darüber einmal zusammen in Ruhe sinniert haben, wurde uns wieder einmal bewusst: das ist etwas Wesentliches, das die Franken ausmacht! Bei uns ist geteilte Freude, doppelte Freude! Und wenn man so denkt, dann liegt es doch nahe, diese Freude auch mit anderen Menschen zu teilen, sozusagen den Kreis noch größer zu machen.“ erläutert Armin Kirchdorfer. Gedacht- Getan und so wurde diese Einladungsjagd unter den Titel: „Benefizjagd zu Gunsten der Sternstunden“ gestellt. Diese Idee und Einladung begeisterte über 50 Jagdreiter auch aus weiterer Entfernung, und diejenigen, die nicht zu Pferde teilnehmen konnten, kamen „um den guten Gedanken vor Ort zu unterstützen, da müssen wir doch zeigen, dass wir alle zusammen helfen“ wie es ein Vereinsmitglied so treffend zusammenfasste.


Viele spendeten gleich zusätzlich zu dem zu entrichtenden Cap gleich beim Eintreffen. „Des behältst, des is ja für an gutn Zweck,“ kam es einheitlich zurück, wenn auch in unterschiedlicher Mundartfärbung, wenn man denn versuchte Wechselgeld zu geben. Mancher große Schein wanderte unter der Hand in die aufgestellte Spendenbox. Das ist der Geist der Franken: unterstützen, ohne großes Gewese, dafür aber von ganzem Herzen.


Auch die Stadt Bad Königshofen unterstützte diese Benefiz- Schleppjagd in besonderer Weise. Bürgermeister Thomas Helbling stellte die Wandelhalle der Stadt im Kurpark kostenfrei zur Verfügung und begrüßte die Jagdreiter aufs herzlichste im Kurpark zum Stelldichein. Alfons Kuhn als Mitarbeiter der Stadt Bad Königshofen war wieder eine unerlässliche, wertvolle Hilfe für den Aufbau der Sprünge und die Vorbereitung der Strecke. „Es ist immer eine sehr gute Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Königshofen, für uns sehr wertvoll. Ohne diese Unterstützung wäre eine Veranstaltung dieser Größe nur schwer zu schaffen.“ erläuterte Uwe Hochbrückner den großen Anteil der Stadt am Erfolg der Jagd.
Über dem ganzen Tag lag eine große Freude, überall lachende, strahlende Gesichter. Herzenswärme ließ die doch recht frischen Temperaturen vergessen machen. Der strahlende Sonnenschein von Petrus, der wohl auch der Meinung war, dass dieser Tag absolut nichts anderes verdient hatte, wärmte die Jagdgesellschaft und die vielen Besucher. Auch sie hatten Gelegenheit zu spenden, denn drei Mitglieder der Equipage gingen mit Hüten zum Sammeln durch die Menge.


Und ihnen bot sich beim Stelldichein ein herrlicher Anblick: bestens herausgebrachte Pferde, strahlende Reiter und eine Beagle- Meute die sichtlich bereit war, jagend das ihre zu diesem Tag beizutragen. Im Kurpark verkürzten die verschiedenen Bläsergruppen den Wartenden die Zeit, bis Armin Kirchdorfer die Reiter vom Hängerparkplatz am Ende der Stadt abgeholt hatte. Neben den Reiterlichen Jagdhornbläsern München und den Schanzer Parforce Ingolstadt spielten auch die Trompes Franconiennes mit Unterstützung von Vereinsmitglied Anke Ablass aus Gera und gaben schon einmal einen Vorgeschmack auf das, was auf der Strecke dann weiter Gänsehaut macht: im Jagen die Signale zu hören, wie sie herüberklingen über die Flur und durch den Wald. Es ist immer ein Hochgenuss, dass alle Gruppen immer bis in den fränkischen Norden kommen und die Jagd mit ihren Signalen so mit gestalten.


Vorbereitet war eine Strecke mit gehobenen Anforderungen: Insgesamt neun Schleppen über eine Gesamtstrecke von 20 km mit einer Vielzahl von Sprüngen und einigen Gräben. Bei aller Herzlichkeit – diese Jagd ist Sport- Jagdreiten pur! Da galt es das Pferd im hügeligen Gelände über eine lange Strecke an den Hilfen zu haben und gemeinsam die Sprünge zu bewältigen. Geritten wurde in einem Feld, vorne die Springreiter und weiter hinten dann diejenigen, die die Sprünge umritten. „Wir haben meistens extra neben dem hohen Sprung eine niedrigere Variante gebaut. Schaut auf eure Pferde und reitet und springt so, wie es für diese heute passt,“ empfahl Armin Kirchdorfer, der gemeinsam mit Kristina Ehrlich das Jagdfeld anführte.


Die Beagles zeigten sich in Bestform, das kühle Wetter kam ihnen sehr entgegen und das hügelige Gelände mit den zum Teil kurvigen Strecken konnten sie bestens für sich nutzen um ein rasantes Tempo vorzulegen. Spurtreu, eifrig, schnell und bestens motiviert bereiteten die Hunde den Reitern sehr viel Freude und ein herrliches Bild im jagenden Pack. Den Dank dafür durften sie beim Curée entgegen nehmen und sich nach dem gemeinschaftlichen Vertilgen des Pansens noch ein bisschen von ihrer Equipage herzen lassen. Man sah wieder einmal wie eng sie sich ihren Menschen anschließen, wenn sie wie von Master Uwe Hochbrückner und seiner Equipage mit Respekt und Hundeverstand geführt werden.
Zurück in der Wandelhalle beim Jagdessen dann die große Spannung: wie viel ist denn nun zusammen gekommen für die Sternstunden? Armin Kirchdorfer konnte nach dem Kassensturz stolz -  und auch ein wenig fassungslos- und mit bewegter Stimme verkünden: insgesamt 5000 Euro aus Capgeld und Spenden für die Sternstunden!


Und wie es so ist, wenn man Gutes tut: es fühlt sich einfach gut an – zu geben, andere an der eigenen Freude teilhaben zu lassen, Gemeinschaft zu sein und zu leben, eben Freude teilen, die sich damit verdoppelt. „In diesen zum Teil von Egoismus und Eigennützigkeit geprägten Zeiten erwies sich heutige Tag als ein Zeichen für Gemeinschaft und Mitmenschlichkeit. Wir wünschen den Menschen, denen mit unser aller Spende geholfen wird, alles Gute und nur das Beste.  Wir danken allen für die Wahnsinns- Summe von 5.000Euro, die wir zusammen heute gesammelt haben und spenden können. Ich bin so glücklich und stolz auf unseren Verein, unsere Mitglieder und Gäste, dass wir alle dies möglich gemacht haben. Ich kann einfach nur noch danke sagen.“ zog Dr. Armin Kirchdorfer sein Resümee.


Text: Reinula Böcker und Fotos: Stefanie Empter und Hermann Zacher