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Saison "typisch fränkisch" eröffnet

„Typisch fränkisch“ wurde die Jagdsaison 2018 des Schleppjagdvereins Frankenmeute beim Reitclub Trautskirchen RCT im Naturpark Frankenhöhe eröffnet. Typisch fränkisch, das heißt: miteinander, unkompliziert, anpackend und ohne Schnörkel - aber immer herzlich.

Franken steht für nette Menschen, herzliche Gastfreundschaft, das ein oder andere Wort gerade heraus gesprochen, feinstes Essen und Trinken mit den Spezialitäten der Genussregion Franken und einfach eine schöne, unkomplizierte und unprätentiöse Zeit miteinander. All diese wunderbaren Werte repräsentieren die Gastgeber des Reitclubs Trautskirchen um Anja Raatz und Regina Wick genauso wie die Aktiven der Frankenmeute mit Präsident Dr. Armin Kirchdorfer und Master Uwe Hochbrückner.  
So kamen auch alle Reiter und Begleiter punktgenau zum Stell-Dich- Ein um ausgiebig Zeit zum Essen und Raatschen (fränkisch für Austausch) zu haben und wurden vom Team des Reitclubs von Herzen mit einem fantastischen Buffet begrüßt. Hervorgehoben seien die legendären Russischen Eier, liebevoll zubereitet von Frau Eberlein, die leckere Gulaschsuppe von Werner Fichtelmann, die super herzhaften uns süßen Speisen - alles fand blitzschnell reißenden Absatz und wurde ebenso schnell nachgelegt.
Leider hatte es just an dem Morgen begonnen nach Monaten ohne Regen, leicht und nicht-leicht selbiges zu tun, ein Segen für die dürstende Natur. Und pünktlich zum Abritt hörte es dann auch auf, Petrus war bestimmt auch Franke! Gestärkt und mit den neuesten Nachrichten vertraut, traf sich das Jagdfeld mit über 40 Reitern zum Aufwärmen am Reitplatz. Anja Raatz, Vorsitzende des Reitclub begrüßte die Reiter mit der bereits erwähnten fränkischen Geradheit: „Es gibt zwei Gelegenheiten im Leben, da kommt man auch wenn´s regnet: Beerdigungen und Jagden.“ So schaut´s mal aus, dachten sich die Reiter und nach der Begrüßung durch Präsident Dr. Armin Kirchdorfer wurden die Hunde geholt und gemeinsam mit Master Uwe Hochbrückner stimmten die Reiter in ein dreifach kräftiges, fränkisches Horrido ein. Die Schleppen legten Mandi Fichtelmann und Armin Kirchdorfer, bei der Feldführung unterstützen den Seitenpiköre Kyra Jedlitschka und Dennis Keller Reinula Böcker, den Schlusspikör machte Regina Wick.


Trautskirchen bietet mit dem Zenngrund perfekte lange, breite Wiesenschleppen und davon einige die das Jagdreiterherz höher schlagen lassen. Die erste der insgesamt neun langen Schleppen führt direkt am Vereinsheim der Reitclub entlang und dort können die Pferde und mancher Reiter erst einmal ankommen im Jagdfeld und sich sortieren. Jedes Pferd kann auf dieser Jagd von der ersten Schleppe an seinen eigenen Rhythmus galoppieren, genau das Richtige zum Saisonauftakt.


Die ersten drei Schleppen gingen Schlag auf Schlag am Zenngrund entlang, ab der zweiten Schleppe kamen die einladend gebauten Hindernisse dazu. Dann wendete sich die Strecke vom Fluss weg und die Reiter kamen in den Genuss nicht nur hinter den Hunden zu reiten, sondern parallel zu den Beagles auf den breiten Wiesen den jagenden Hunden bei der Arbeit zuzusehen. Jedes Mal ist das wieder ein besonderes Erlebnis die eifrigen Beagles zu beobachten, wie sie motiviert und voller Elan die Schleppe abjagen. Den neuralgischen Punkt an der ausgedehnten Hecke mit einer dort residierenden großen Gruppe Rehe passierten die Beagles sauber und ohne sich ablenken zu lassen. Erst nach dieser Stelle konnten dann auch Master und Equipage ganz auf Freude umstellen und tief durchschnaufend den Rest der Jagd genießen.


Auf der Reitanlage Brunner in Daubersbach wurde nach sechs Schleppen ein Stopp eingelegt und die Reiter erfrischten sich mit einem Getränk, für die Pferde standen große Kübel mit Wasser bereit. Nachdem inzwischen dann auch die Sonne durchspitzte, die ja noch reichlich Kraft hat, waren alle sehr froh über die nette Gastfreundschaft von Brigitte und Hans Brunner und den Schatten in den man sich zurück ziehen konnte.
Frisch gestärkt freuten sich alle auf die letzten drei Schleppen zurück nach Trautskirchen. Dabei machte vor allem die traditionelle, lange Gegenschleppe so richtig Spaß, denn die Hunde mussten hier wirklich gut arbeiten. Zunächst ging es eng den Bach entlang den mäandernden Wendungen folgend, dann im rechten Winkel über den Übergang. Da schossen dann auch einige eifrige Beagles kurz über, stoppten, drehten um und kreisten in feinster Jagdmanier zweimal, bis die Spur gefunden war. Dann jagten sie den gleichen Weg nur eng am anderen Bachufer zurück und wurden von den Schleppenlegern in Empfang genommen. Für die feinen Nasen eine beachtliche Leistung! Ein weiteres Highlight bei dieser Jagd war, dass die Schleppenleger immer in der Mitte der Wiese am Schleppenende auf die Hunde warten und dann gemeinsam mit der Equipage das Jagdfeld beobachten konnten, wie es in weitem Bogen um die Hunde geführt wurde und ihnen seine Referenz für das hervorragende Jagen erwies. Immer wieder ein wunderschöner Anblick!
Nach dem letzten Run und einem begeisterten Halali ging es zurück auf den Reitplatz zum Curée für die Hunde. „Jetzt bist halt auch einmal eine kleine fränkische Jagd geritten“ kam es dann auch fränkisch herzlich lachend und direkt an den Besuch aus dem Norden von Anja Raatz bei der Bruchübergabe. Der meinte dann auch, es hätte ihm viel Spaß gemacht. So soll es sein! Viel Spaß hat es auch den Reitern gemacht, die nicht in der Schleppjagd zu Hause sind, sondern in anderen Disziplinen des Reitsportes wie dem Distanzreiten. Nachdem die Pferde versorgt und verladen waren, wurde dann beim ersten fränkischen Federweißen erneut geschmaust und die Verabredungen für die weiteren Jagden der Saison getroffen.
Die Trompes Franconiennes gestalteten gemeinsam mit den Jagdhornbläsern Trautskirchen die Jagd von Beginn an wunderbar mit ihren Signalen.


Dass diese Jagd immer wieder so viel Freude macht und gut geritten werden kann auch von Reitern die nicht „hauptberuflich“ Jagd reiten, unfallfrei verläuft und rundum gelungen ist, verdanken alle Reiter der intensiven und konstruktiven Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen des Reitclubs und der Frankenmeute, dem steten Bestreben nach Aus- und Weiterbildung gemeinsam auch mit dem naheliegenden Landesleistungszentrum Ansbach unter der Schulleitung von Pferdewirtschaftsmeister Klaus Eikermann und den vielen Helfern im Hintergrund.
Text: Reinula Böcker und Fotos: Stefanie Empter