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CZ - Eintrag in Rubrik "unvergesslich"

Tage der Verzückung! Wenn die Teilnehmer eines Jagdwochenendes der Vogelsberg Meute durchschnittlich 500 km nach Tschechien anreisen, dann kann man von diesem bunten Haufen aus Wien im Osten, Frankreich im Westen, dem Bodensee im Süden und der Lüneburger Heide im Norden schon etwas Besonderes erwarten.  Und tatsächlich: Die Stimmung der Teilnehmer, die der Einladung der Vogelsberg Meute nach Tschechien gefolgt waren, lässt sich auch bei aller Kunst schriftlich nicht wiedergeben. Die Attribute kameradschaftlich, gesellig, sportlich und fröhlich reichen hierzu nicht aus.

Nach einem Begrüßungsabend in großartigster Stimmung wurden am Samstag die Pferde zur ersten Jagd gesattelt. Die bekanntermaßen bestens zum Jagdreiten geeignete Landschaft Böhmens bot den Teilnehmern hinter den schnellen spurlauten Hunden fast mehr Höhen- als Grundmeter und forderte die Reiter und Pferde nach dem gewaltigen Abend zuvor einiges ab.

Der kluge Schleppenleger wusste dabei die besten Wege zu nutzen und legte die Fährte in charmanter Weise weit um die noch von einer Fuchsjagd stehenden und wenig beeindruckenden Hindernisse herum. So boten sich den Reitern wunderbare Augenblicke, als die Hunde geschlossen und laut von einem Tal zum anderen preschten und die Klänge der Rallye Trompes Moselle-Sarre aus den Tälern widerhallten. Insbesondere die berg-unerfahrenen Norddeutschen, wozu an diesem Tag auch der Master Hans Nimrichter auf einem geliehenen Kommandeurs-Schimmel aus Isernhagen gehörte, ließen mächtig Federn und standen erschöpft am Halali.


Dennoch tat dieses der Stimmung keinerlei Abbruch und der kommende Abend erlebte eine weitere Steigerung der Geselligkeit.


Der nächste Tag trennte die Gesellschaft in die Kulturbeflissenen und die Arbeiter. Während die Equipage sich um die Hunde und Pferde kümmerte, führte Horst Richter die übrigen Teilnehmer durch Prag und ließ diese an seinem großen Wissen über die Stadt teilhaben. Auch hier war die Stimmung großartig und keiner wollte auf den völlig verregneten aber unfassbar romantischen Rückmarsch vom Restaurant zum Bus über die Karlsbrücke verzichten. Nass aber glücklich und feierfreudig ging es zurück ins Hotel. Wer am nächsten Tag in die Gesichter der Teilnehmer schaute, konnte ahnen, wie lange noch gefeiert worden war.


Nächster Tag, nächste Aufgabe: Jagd bei Václav Vydra in Malčany. Wer schon einmal die Freude gehabt hat, eine von Vydra veranstaltete Jagd zu reiten, der kennt seine große Gabe, die Landschaft in anspruchsvoller Weise für die Pferde und Hunde zu nutzen.


Nach der bekannt herzlichen Begrüßung in Malčany erfolgte der Abritt auf einer beeindruckenden Wiese. Was dann folgte war ein Traum des Jagdreitens. Unendliche Passagen durch lauschige Täler, weite Lichtungen und tiefe Wälder, jeweils getrennt von anspruchsvollen natürlichen Hindernissen wie steilen Abhängen, Anstiegen und Gräben, die entweder durchschritten oder übersprungen werden wollten. Die eifrigen Hunde erzeugten Bilder voller Freude, die überall verteilten niemals ruhenden Bläser Klänge des Himmels und die unendlichen Schleppen Gefühle des absoluten Gleichklangs mit der Natur und eine große Nähe zur Schöpfung.

Jeder Jagdreiter führt entweder eine tatsächliche oder geistige Liste seiner Jagden, in welcher es auch die Rubrik „Unvergesslich“ gibt. In diese Liste haben alle an diesem Tag einen weiteren Strich gemacht. Jedes weitere Wort verwässert und ist überflüssig.
Am Ende schauen wir zurück auf ein fast vier Tage währendes grandioses Ereignis voll besonderer Stimmung. Phantasievolle Veranstalter, fantastische Hunde, eine eifrige Equipage, eine sensationelle Bläsergruppe und wundervolle Teilnehmer sorgten für die Mischung, aus welcher solche besonderen Ereignisse gestrickt werden. Dass nebenbei sich die Meute um ein Dutzend neuer Mitglieder verstärkte, war dabei nur logisch.


Text: Eugen Klein und Bilder: Klaus Schreiber und Michael Motygin

Hunde wie ein sich bewegender Teppich

Vier Augen – zwei Berichte. Auch Dr. Zsolt Viski-Hanka hat Tschechien hinter den Vogelsbergern erlebt. Hier ist sein Bericht:


„Gestern bin ich von Tschechien zurückgekehrt. Müde von den kurzen Nächten, gut gelaunt von den schönen Jagden.
Aber der Reihe nach:
Am Samstag sind im Jagdfeld 30 Reiter plus Equipage gewesen. Es wehte ein starker Wind. So haben die Hunde viel Nasenarbeit gebraucht um den Scent immer wieder zu finden und ihm zu folgen. Für mich ist es ein Tag voll spannender Hundearbeit gewesen.
Dieses Mal sind nicht so viele Hindernisse gewesen wie in den vergangenen Jahren. Chloe ist gut gesprungen. Sie bekam "plenty of rein" von mir.
Am Abend in unserem Hotel feines Gansl Essen, dazu guter Rotwein. Die Tschechen kochen sehr gut, in unserem kleinen Hotel wurde besonders gut gekocht.
Nach dem Essen feine Blasmusik, geblasen von den französischen Bläsern. Und auch Kammermusik wurde von den Prager Burgmusikanten gespielt. Diese Musiker spielen auch in der Prager Burg bei Staatsempfängen.
Am Sonntag fuhren wir gemeinsam mit einem gemieteten Bus nach Prag. Nach der Hubertusmesse in dem Dom St.Nikolai Mittagessen und danach Stadtbesichtigung mit Reiseführer. Am Abend gemeinsames Abendessen noch in Prag und Rückreise in unser Hotel. Im Hotel weitere Blasmusik und viel Becherovka und Pilsner Bier.
Am Montag wir fuhren nach Malcany, wo die zweite Jagd stattfand. Wir sind nur etwa 18 Reiter plus Equipage geblieben und viele Zuschauer. Es sind aus Deutschland viele Begleiter mitgekommen, teils Reiter ohne Pferd teils mit Frauen als Begleitung.
Um Malcany herum ist sehr hügelig mit langen Galoppaden steil bergab über Bergwiesen. Ebenso steile Bergpfade im Wald mit scharfen Kurven.
Die erfahreneren Reiter haben die Galoppaden bergab als Herausforderung empfunden. In der Nacht vor der Jagd hat es geregnet. Man musste sehr aufpassen um nicht zu stürzen. Es gab eine Schlucht Überquerung, wohl zwei Meter senkrecht hinunterrutschen, einen Bach zu überspringen danach wieder senkrecht hinauf zwischen zwei dicken Bäumen. Es war eine Herausforderung so durchzukommen, damit die Knie nicht den Baum küssen. Natürlich diese Passage haben nicht alle bewältigen können oder wollen. Diese Reiter mussten einen Umweg reiten. Ja, das passierte paar Mal. Mein Irish Girl hat mit solchen Herausforderungen keine Probleme – also ich auch nicht.
Das Wichtigste. Es war windstill, das Gras nass bei 3 Grad Außentemperatur. Die Beagles sind nur so geflogen - als hätten sie Flügel. So haben wir ein hohes Tempo reiten müssen. Von oben gesehen, vom Pferd aus, haben die Hunde unten ausgesehen wie ein sich schnell bewegender Teppich.
Text: Dr. Zsolt Viski-Hanka und Foto: Michael Motygin