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60 Jahre Jagd auf Herrenchiemsee

Fast schon ein Mythos in der neueren Geschichte der Schleppjagd in Deutschland: am 7. Oktober jährt sich die Große Herbstjagd auf Herrenchiemsee zum 60. Mal.  Toni Wiedemann, Master des Schleppjagdvereins von Bayern, hat dazu im Archiv und seinen eigenen Erinnerungen gekramt und einiges zusammengetragen.

„Bereits in den 50iger Jahren wurde auf Herrenchiemsee ein Reit – Fahr und Ausbildungsstall unterhalten . Zur reiterlichen Ausbildung gehörte auch die Ausbildung zum sportlichen Geländereiten, der Jagdreiterei. Alljährlich im Herbst war es Tradition, dass sich die Reiter zur Herbst – oder der Hubertusjagd, dem Schutzpatron der Reiter und Jäger trafen. So auch auf Herrenchiemsee 1959 als Herr Spiegel, der Reit und Fahrlehrer mit militärischem Schliff zur ersten Jagd auf Herrenchiemsee einlud. Im Lauf der Jahre gewann diese Jagd immer mehr an Zuspruch und so kam es, dass Mitte der 60iger Jahre Bayerns Ministerpräsident Franz Josef Strauß diese Jagd zur Staatsjagd erhob. Der Titel Staatsjagd galt 20 Jahre, bis zur Amtsaufgabe des damaligen Ministerpräsidenten J. Streibl. Organisiert wurden die Jagden durch den Nachfolger von Herrn Spiegel, Herrn Noll und dem inzwischen gegründeten Verein Pferdefreunde auf Herrenchiemsee. Es engagierten sich die Jagdherren und Sponsoren Hausbacher und Hans Harms aus München. Nach dessen Ausscheiden gab es einige schwierige Jahre, weil  keine Staatsjagd mehr und deshalb auch keine Sonderkonditionen für Fähre und die Inselnutzung genehmigt wurden. Nur durch die intensive Sponsorensuche von Wolfgang Ziegler und die Zusammenarbeit mit dem Schleppjagdverein von Bayern, der seit dem 12. Oktober 1990 mit seiner Meute dabei ist, konnte die Veranstaltung erhalten und auf dieses Niveau gebracht werden. Toni Wiedemann führte als Master 25 Jahre die Meute auf der Insel.


Seit vielen Jahren wird die Jagdstrecke von Dr. Rainer Grassler aus Truchtlaching in Zusammenarbeit mit dem Inselpersonal vorbereitet. In vorbildlicher Weise unterstützt auch die Staatl. Verwaltung auf Herrenchiemsee und in München. Rückwirkend und bis heute haben die Bayerischen Ministerpräsidenten die Schirmherrschaft übernommen. Ist diese Veranstaltung doch ein Aushängeschild für unsere Bayerische Heimat. Im Laufe der Jahrzehnte kamen zahlreiche Jagdreiter und Gäste aus dem In – und Ausland um hier einmal den königlichen Flair und die sportliche Herausforderung zu erleben.  Möge auch weiterhin das Interesse von Reitern, Sponsoren und Besuchern erhalten bleiben, dann bleibt der Sport und Jagdreiten in Bayern und auf Herrenchiemsee als ein Stück Bayerischer Jagdkultur und Tradition erhalten. Ohne dieses Erlebnis wären wir und unser Bayern ein Stück ärmer.“
Zum Programm 2017 hier:schleppjagd.de/2017/Jagden/herrenchiemsee/herrenchiemsee.html
Text: Toni Wiedemann und Foto: Archiv