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Inselglück auf Norderney - 2

Pferde, Hunde, Sonne, das Meer und seine Gezeiten, Musik – dazu die diesjährigen Jagdherren auf der Insel und Freunde der Cappenberger, Bayern, Vogelsberg und Soestdijk Meute. So ist Jagdreiten zukunftsträchtig. Cesalie Voigts berichtet über die Jagdwoche der Niedersachsen-Meute.

„Glücklich und erfüllt blicken wir auf eine wunderschöne Jagdwoche auf Norderney zurück. Früh am Freitag fahren wir aus der Nähe von Berlin los und kommen erstaunlich gut durch. Wie geht einem das Herz auf, wenn man auf der Fähre dann die Insel erblickt! Bei der Reitschule Junkmann werden die Pferde und wir vom Team herzlich und professionell empfangen. Die eifrigen Mädels reinigen uns den Pferdeanhängern während Elke mit uns die Futterration bespricht.
Gerade noch rechtzeitig schaffen wir es, beim inoffiziellen Hundetraining mit dabei zu sein. Das erste Mal wieder durch die wunderschönen Dünen reiten, und auf einmal liegt es vor einem: das Meer! Das eine oder andere Pferd mag beim ersten Mal wohl  noch nicht in die schäumenden Wellen treten. Die alten Hasen stapfen unerschrocken in die Gischt. So oder so, ein erhabenes Gefühl, so dicht am und im Meer zu reiten.
Am Freitag Abend dann die erste offizielle Veranstaltung: Begrüßung und Snacks in der Meierei. Sie sollte eigentlich schon fertig sein, leider hat es nicht geklappt. Das Team der „Weißen Düne“ aber macht das Beste daraus und wir genießen das Zusammentreffen mit alten und neuen Jagdfreunden im Vorhof. Nächstes Jahr, so ist es geplant, werden wir hier wieder beköstigt und man kann sich vorstellen, wie schick und einladend alles werden wird. Groß ist das Hallo untereinander und die Vorfreude auf die vor uns liegenden Tage schaukelt sich hoch. Ein wenig aufgeregt gehen wir schließlich ins Bett.
Für uns als Part der Equipage der Niedersachsen-Meute steht am Samstag morgen Hunde bewegen per pedes auf dem Plan. Die Hunde begrüßen uns freudig und begleiten uns friedlich auf die anliegenden Rieselfelder.
Danach werden sie versorgt und gefüttert. Es bleibt noch Zeit für Geselligkeit in der Reitschule Junkmann. Wir haben wirklich Glück mit dem Wetter –bei strahlendem Sonnenschein machen wir es uns mit zahlreichen anderen Gästen im Innenhof gemütlich.
Dann heißt es umziehen und Pferde putzen. Um 15.30 Uhr ist das Stelldichein, um 16.00 Uhr brechen wir auf zur ersten Jagd. Wir begrüßen die Jagdherren Claudia Bartels und Rolf Junge und erleben eine Jagd der ganz besonderen Klasse. Es ist so abwechslungsreich und beglückend auf Norderney zu reiten. Die Jagdstrecke besteht aus Wiesen – den sogenannten Rieselfeldern –  kleinen hutzeligen Wäldchen, Dünen und natürlich Strand und Meer! Das Herz geht wohl jedem hier auf –fröhliche Gesichter sprechen für sich.
Das Halali bekommen die Hunde gegen 17.30 Uhr. Es bleibt Zeit, die Pferde zu versorgen –dank engagierter Hilfe des Teams vom Reitstall Junkmann – und sich in Schale zu werfen: Heute Abend werden wir in festlicher Kleidung und mit Bruch von den Jagdherren in die Meierei geladen. Es erwartet uns köstliches Essen im Inneren der Meierei. Auch hier ist die Baustelle noch zu spüren, aber alles ist stylisch eingerichtet und gedeckt, die Gäste glitzern um die Wette. Es wird getanzt, gesungen (Niedersachsenlied von Rolf Junge auswendig: alle Achtung!) und gelacht.
Am folgenden Tag steht dann wieder Hundebewegen zu Fuß auf dem Programm, dieses Mal aber begleitet von ein paar Kindern und Lehrern, die die Meute ein bisschen kennen lernen wollen. Die Kinder sind begeistert, die Hunde auch: Endlich sind mal genug Menschen da, damit jeder von ihnen Streicheleinheiten bekommt! Als wir weiter gehen wollen, ist es gar nicht so einfach, das Knäuel aus Tier und Mensch zu trennen.  
Am Nachmittag dann wieder Aufbruch zur Jagd. Der Blick an die Tafel im Stall verrät: Alles ist eine halbe Stunde nach vorne verschoben. Das Meer hat seine eigenen Regeln und wir müssen uns an die Ebbe anpassen. Jagdherren sind dieses Mal die Insel-Tierärzte Karl-Ludwig und Katrin Solaro. Wir jagen wieder über Rieselfelder und Strand. Das Team der „Weißen Düne“ empfängt uns mit einem Fingerfood-Buffet vom Feinsten, großer Pausenstopp statt Jagdessen, anschließend führen uns die Schleppen wieder zurück zum Halali auf der großen Wiese. Wie die letzten Male erhalten wir anschließend großartige Hilfe beim Versorgen der Pferde durch das Team der Reitschule.
Der Abend steht zur freien Verfügung, doch irgendwie trifft man dann aber doch wieder fast alle im „Old Smuggler“. Das Essen ist großartig, die Stimmung ausgelassen und der Betreiber sorgt für gute Stimmung mit seinen Jagd-Trinksprüchen.  
Am Montag ist Jagdpause. Dennoch hat auch dieser Tag wieder etwas Besonderes zu bieten. Wir beginnen ihn mit einer Hubertusmesse im Innenhof der Reitschule. Der Priester findet die richtigen Worte, die Bläser Jacquy Lognard und Arne Sauerbrey rahmen die Andacht mit ihrer Musik ein. Einmal innehalten, sich besinnen, den Dank nach oben richten, sich von den Hörnerklängen verzaubern lassen.
Danach gehen die Hunde wieder an die frische Luft, dieses Mal nur recht kurz, da es am Nachmittag noch mal eine kleine Meutevorstellung gibt. Zu Kaffee und Kuchen erklärt und demonstriert Master Camill Freiherr von Dungern die Hundearbeit und erzählt Anekdoten aus dem Leben einzelner Hunde. Interessierte Zuschauer stellen Fragen zur Arbeit mit den Hunden.
Anschließend werden die Pferde gesattelt und die Hunde zu Pferde bewegt. Zwei kleine Übungsschleppen, bei denen sich die Hunde austoben und die Pferde sich schonen dürfen. Wir reiten fröhlich bei schönstem Wetter zurück. Der Abend steht wieder zur freien Verfügung. Es kreuzen sich die Wege einzelner Teilnehmer in den Lokalen der Umgebung, andere fahren in die Innenstadt, um auch dieser Seite Norderneys die Aufwartung zu machen.
Der Dienstag startet wieder mit dem morgendlichen Hundespaziergang. Und  ein weiteres Highlight: Um 16.30 Uhr bitten Esther Höhn und Josef (Peppi) Ettenhuber zur Jagd. Wir reiten knapp 20km Jagd am Meer, bis hin zum Inselende durch schier endlose Strände, weites Meer, Meeresrauschen, … Vor lauter Glück fehlen uns die Worte, jeder genießt diesen einmalig schönen Flecken Erde, die Hunde laufen zum Abschluss noch mal zur Höchstform auf und jagen laut und hochmotiviert der Schleppe hinterher. Was für ein unvergesslicher Moment. Zum krönenden Abschluss findet das Jagdessen in der weißen Düne statt. Die Stimmung ist ausgelassen, das Buffet großartig, der von den Jagdherren gespendete Roséwein köstlich. Wir fühlen uns glücklich und fröhlich und kosten noch einmal das herzliche Miteinander aus.
Als Arno Junkmann eine Fortsetzung in 2018 ankündigt brechen alle in Jubel aus. Hier Jagd reiten zu dürfen ist keine Selbstverständlichkeit. Danke an Barbara und Arno, danke an Linda und Caroline, danke an Elke und das Team vom Reitstall Junkmann, dass Ihr es uns wieder möglich gemacht habt! Ihr macht uns damit jedes Jahr zu glücklicheren Menschen!“

Text Cesalie Voigts, Bilder von Thomas Ix und Sabine Sievers hier: