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Eitze 2017: Die Aller hat sie mitgenommen

Flexibel sein – wohl dem, der die Möglichkeiten dazu hat. In Niedersachsen haben die Jagdreiter freie Bahn und die haben der Verdener Schleppjagd-Reitverein und der Reitclub  Verden genutzt und damit dem nassen Herbst ein Schnippchen geschlagern. Die Eitzer Jagd – Tradition seit mehr als 30 Jahren -  ist kurzerhand ins Nachbar-Revier am Lohberg verlegt worden.

Die Aller ist malerische Kulisse für die Eitzer Jagd, die Henrich Rohde seit 34 Jahren als Jagdherr gestaltet hat. Aber in diesem Jahr haben die andauernden Regenfälle die Ufer-Wiesen zur Seenplatte gemacht. Unmöglich, dort zu reiten – die Landeigner wären verständlicherweise vergrätzt auf alle Zeiten.

Also wurde kurzerhand umgeplant: Stelldichein wie gewohnt an den Lutter Wieschen und dann im Schritt an den Wasserflächen entlang zum ersten Anlegen in Hohenaverbergen – dort, wo in „normalen Zeiten“ der Stopp geplant ist. Der ist gestrichen worden, und nach der ersten Schleppe zogen die Reiter ins Gebiet am Lohberg, wo sonst der RV Graf Schmettow die Niedersachsen-Meute zu Gast hat. Mit diesem Kniff sind drei herrliche lange Schleppen zustande gekommen, die den Hunden und den Reitern Freude bereiteten.


„Es ist erst zweimal vorgekommen, dass ich den Hunden nicht hinterher gekommen bin“, gab Max „Keiner-bläst-das-Horm-so laut“ Sponagel zu, der als Huntsman im Einsatz war mit seiner Equipage hinter Elke Martsch als Schleppenlegerin. „Heute war es das zweite Mal.“ Kein Wunder angesichts des Tempos, das die Hunde in Eitze vorgelegt haben bei für sie idealen Scent-Bedingungen: kühl, feuchte Bodennebel und darüber Sonne.  


Henrich Rohde ist inzwischen abgestiegen vom Pferd und hat die aktiven Ämter der Familie Behrendt überlassen: Fredy als Jagdherr und Führer des ersten Feldes, seine Frau Sabine vor dem zweiten Feld und Tochter Katharina als Pfadfinder für die Schleppe. Mit ihrem souveränen braunen Wallach Fähnrich machte Katharina dann auch noch „auf große Tochter“ und erweiterte eigenmächtig die Lohberg-Schleppe um eine zweite Runde, die dann auch noch einmal Sprünge bot. „Erst war ich verärgert, weil das gegen die Planung war, aber ich muss erkennen, dass sie erwachsen geworden ist und gute eigene Entscheidungen trifft“, staunte der Vater bei seiner Schlussrede am Schüsseltreiben. Die Jagdkritik hat Jörg Schlesinger gehalten. Er war dazu eigens aus Hameln angereist.- Im strömenden Regen, „aber hinter Hannover wurde es sonnig“. Und so ist es geblieben an diesem kleinen aber feinen Jagdtag.

Zwanzig Pferde – damit ist keine Kasse zu machen, aber der Tag war den Aufwand wert fanden alle, die dabei waren.


Text und Bilder: ps