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VIPs und Rekorde in Sudermühlen

Alle Organisatoren klagen in diesem miesen Herbst über sinkende Teilnehmerzahlen – nur nicht die Veranstalter der „Internationalen Großen Herbstjagd“ in Sudermühlen. Einhundert Reiter sattelten für den Ritt hinter den Hunden des Hamburger Schleppjagdvereins. Darunter auch etliche Prominente aus dem deutschen Vielseitigkeitslager und Gäste aus dem Ausland, aus Belgien, Dänemark, Schweden und sogar aus China.

Ein Bundestrainer als Feldführer neben Gastgeber Stefan Rabeler. Dass Hans Melzer selber stilistisch noch kann, was er seinen erfolgreichen Schützlingen auf dem Weg zu ihren Medaillen predigt, das konnten alle sehen.

Dahinter zwei Insulaner, die sich als dream team die Heide eroberten. Kai Rüder – Olympiareiter und zuletzt sechster bei der Europameisterschaft in Strzegom – hatte seinen Sohn Mathies (12) mitgebracht. Der ist zwar jung an Jahren, hat aber schon reichlich Erfahrung. Er vertrat Holstein jetzt bei dem Pony-Wettbewerb um die „Goldene Schärpe“ und reitet Springen bis Klasse M. Vor zwei Jahren hatte er seinen Vater als Zuschauer begleitet und verkündet, dass er beim nächsten Mal mit dabei sein wolle.  Ambitionierter Einstieg für eine Premiere als Jagdreiter mit einem ebenso un-erprobten Pferd, denn Sudermühlen – da haben selbst gestandene Routiniers Respekt. „Die Hindernisse in Sudermühlen sind anspruchsvoll, aber gut gebaut. Die Pferde nehmen diese breiten Sprünge gut an. Ich wusste, dass die Beiden das können “, war Kai Rüder anschließend stolz und strahlte mit seinem Sohn um die Wette als Christine Rabeler die Brüche verteilte. Beobachter sagen, dass die Küsschen-und-Umarmungs-Zeremonie dem Zwölfjährigen mehr Probleme gemacht habe als die Jagd selber.

Überhaupt die Pferde. Kai Rüder hatte einen fünfjährigen Holsteiner mit Bundeschampionats-Qualifikation mitgebracht. Die Pferde, die er bislang in Sudermühlen unter dem Sattel hatte, sind später bis Drei-Sterne-Vielseitigkeiten gelaufen. „Wenn die Nerven mitspielen sind Schleppjagden eine gute Vorbereitung für die Vielseitigkeit,.“ so Rüder, der den Sport in Rot schon über seinen Vater Thomas – ebenfalls ein bekannter VS-Reiter – kennengelernt hat. Der Franzosen-Fuchs, 10jährig und aus bestem Hause, von Diamant de Semilly - von seinem Sohn Mathies geht sonst M-Springen. Der mehrfache Deutsche Meister Andreas Ostholt hatte sein erstes selbstgezogenes Pferd an den Start gebracht. Die sieben Jahre alte „Püppi“ stammt von Lady Lemon, Ostholts erstem Erfolgspferd.

„Für den Sport nicht gut genug – da kann er ja immer noch Jagdpferd werden“ ? – Dieses Zitat ist wohl Schnee von gestern.

Und für die 35 Hindernisse von Stefan Rabeler brauchte man schon ein gutes Pferd. Vor allem ein wiederbelebter Tiefsprung forderte den Uneingeweihten einiges ab. Durchweg gute Bilder gab es zu sehen am Halali-Sprung. Die Landestelle auf der Wiese unterhalb des Wegesprungs in die Tiefe war eigens befestigt worden und brachte keine Probleme. Vater und Sohn Rüder flogen nur so darüber.



1958 hat der RV Auetal die erste Jagd in Sudermühlen veranstaltet. Man darf gespannt sein auf das Reiterfest im kommenden Jahr.


Text: ps und Bilder von Thomas Ix und Adrian Fohl. Mehr von den beiden unter foto-ix.de