Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte und dabei das Nutzererlebnis zu verbessern. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok Mehr Informationen

Gestatten: Cledith - Berufsziel: Jagdpferd

Sie heißt Cledith – „das ist wohl schottisch“ -, ist Holsteinerin von bestem Geblüt und sie soll ein Jagdpferd werden. Axel Henrich (Versmold), erfahrener Jagdreiter und Ausbilder, hat die Stute gekauft und will sie für diese Disziplin vorbereiten. Schleppjagd24 begleitet die beiden auf ihrem Weg und berichtet in Abständen über die Fortschritte – und auch die Rückschritte. „Die gibt es bei jedem Pferd“, weiß Henrich, der schon viele Pferde auf ihren Weg gebracht hat und seine Anregungen dazu aus einer breit gefächerten Bibliothek der „alten Meister“ holt.

Cledith ist sechs Jahre alt und stammt von Clinton 1 ab, Mutter und Großmutter (Holland) gehen bzw. gingen beide bis S-Springen. Was Henrich gleich für seine neue „Herzdame“ einnahm: „ Sie  ist ein gaanz liebe, macht alles (!) was man von ihr verlangt, (Kleine Hindernisse jeglicher Art: Stangen , Gräben, Wasser, bergauf, bergab). Darum ist äußerste Vorsicht geboten sie nicht zu überfordern!“



Der Sachstand: „Es fehlt massiv an Muskulatur und Luft. Sie ist auf dem Ausbildungsstand einer Anfang 4jährigen, aber sehr gut angeritten, völlig unverdorben, ja fast schon zu sensibel im Maul (richtig dickes Gebiss), neigt dazu zu tief, hinter die Senkrechte zu kommen (man sieht dass die Zügel durchhängen)!“
„Sie steht auch wenig stabil an den Hilfen, neigt dazu über die äußere Schulter auszufallen, darum führe ich die Gerte außen!“

Meine Aufgabe wird sein, sie so vor der Senkrechten zu stabilisieren (an die Hand heranreiten), dass sie zwar an den Hilfen steht, aber ihre Aufgabe als Jagdpferd selbstständig ausführt. Ideal gelang das bei der Stute Lily, die ich so ausgebildet habe, dass ich im Gelände einen Großteil der Kontrolle an das Pferd abgebe, und das Pferd ständig v o r  und nicht u n t e r mir ist und bleibt!“



„Halsriemen i m m e r , so dass ich niemals in die Verlegenheit komme mich am Zügel festhalten zu müssen. Vielleicht gehen wir die erste Jagd schon im Frühjahr.“


Henrich setzt auf Knebeltrensen. Warum? „Sie halten das Gebiss seitlich immer an der gleichen Stelle, z.B. auch beim "Einhandreiten" bei der Führung der Hetzpeitsche; einen Sperriemen braucht kein Pferd, wenn die Trense richtig verschnallt ist, kann nur jedem Reiter raten ihn einfach mal wegzulassen, man wird keinen negativen Unterschied feststellen!“

Die Galopparbeit reitet Henrich auf einem Zirkel mit 50 Metern Durchmesser. „Die Idee dazu - ich mache das seit Jahren so mit allen Pferden -  habe ich von Reinhold von Eben, der diese Art der Ausbildung in seinem Buch "Jagdreiten" auf den Seiten 8 und 9 beschreibt. So kann ich die Galopp-Verstärkungen durchreiten, ohne unterbrechende und somit störende Ecken, wie sie ein Viereck hat. Abwechslung zwischen Aussitzen im Arbeitsgalopp und Entlastungssitz im Mittelgalopp sind erforderlich damit sich das zukünftige Jagdpferd lernt in jedem Tempo auszubalancieren!
Diese Tempiwechsel sind wichtig und nötig um die Pferde von der Vorhand vermehrt auf die Hinterhand, und somit ins Gleichgewicht zu bekommen.“

Henrichts Lehrsatz: „Jagdpferde die sich zuviel auf den Reiter konzentrieren, und weniger auf die Aufgabe die vor ihnen liegt, neigen zum stolpern und somit auch zum fallen, also: An den Hilfen stehen -ja, Beizäumung -nein!“


Fotos: Martina Henrich

Mehr zu Axel Henrich lesen Sie hier:
                        Wird fortgesetzt