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Wallmeröder Damen-Programm

Da lachen ja die Hunter. Von wegen „Vati Pati“! Was macht die Jagdreiterin an Christi Himmelfahrt? Lädt den Hunter ein, lässt den Mann daheim und fährt nach Wallmerod zur Amazonenjagd...
Eine Amazonenjagd ausgerechnet an diesem Termin? Kann das gut gehen? Egal - dachten sich die "Wallmeröder Hitzköpp" und probierten es aus. Jagdwochenende im Westerwald mit Amazonenjagd zum Auftakt. Samstag dann "offene Jagd". Dieses Jahr die vierte Wiederholung dieses Konzeptes.

Gezählt waren 61 Amazonen bei der ersten Veranstaltung des Jagdwochenendes und 10 Herren - die ein eigenes Feld bekamen. Hinten natürlich. Hansi Nimrichter, Master der Vogelsbergmeute, kam als Infanterist und überließ die Hundeführung Nathalie Wiederspahn, die die Aufgabe mit ihrer Equipage souverän meisterte.



Sonja Rahner begleitete die Schleppe - da ihr eigenes Pferd verletzungsbedingt ausgefallen war, bekam sie eines von Jan Sievers geliehen. Der jagdreisende Cappenberger durfte zum Dank ebenfalls auf die Schleppe (mit seinem Zweitpferd, nicht zu Fuß), genauso wie Hausherr und Geburtstagskind Josef Weiand. Danach regierte aber Weiblichkeit - zwei springende und ein nichtspringendes Amazonenfeld - das erste Feld angeführt von Brigitte Roggendorf, Master der Taunus. Dann erst das im wahrsten Sinne des Wortes zehn "Mann" starke Herrenfeld.


Das Rheinland ist nicht weit von Wallmerod - bei aller Tradition in der Jagdreiterei war der karnevalistische Einschlag unverkennbar: Herren, die den Mut hatten, mit Perücke und Helm zu reiten, waren auch "vorn" bei den Damen herzlich willkommen.



Acht Schleppen mit 35 Hindernissen hinter den engagiert jagenden Beagles der Vogelsbergmeute waren dann auch alles andere als ein gemütliches Kaffeekränzchen. Marscherleichterung gab es trotz sommerlicher Temperaturen nicht. Dafür zwei Stopps, bei denen kühle Getränke gereicht wurden - und für die Hunde reichlich Wasser und ein Vollbad im Teich.



Und trotz DFB-Pokalfinale und sommerlichen Temperaturen kam die gleiche Anzahl an Reitern zur Samstagsjagd mit der Taunusmeute - das Geschlechterverhältnis bei den Reitern wieder ausgeglichen. 30 Grad im Schatten - diesmal gab es Marscherleichterung für die Reiter und um Hunde und Pferde nicht zu überfordern, statt der vorbereiteten acht nur sechs Schleppen. Trotzdem sehr sehr anspruchsvoll, vor allem für die Hunde. Da waren die "Pütten" als Abkühlung schon fast zu klein. Der dreisteste Foxhound setzte sich einfach rein und seine Kollegen schlabberten drumherum. Das Signal "Wasser für die Hunde" von Luise Greisl ist nicht umsonst eine Fanfare fürs Parforcehorn, das die Foxhounds so oft begleitet. Nach einem Vollbad im Teich waren die Hounds unter Führung von Master Brigitte Roggendorf und Jointmaster Jörg Pfeifer wieder "an" und meisterten die letzten beiden Schleppen durch den schattigen Wald.



Bei kühlen Getränken zum Jagdessen - klasse Bewirtung an beiden Jagdtagen durch die Damen des Wallmeröder Jagdclubs! - schielte dann doch der eine oder andere auf das Smartphone um den Spielstand beim DFB-Pokalfinale abzufragen. Doch dann wurde ausgiebig gefeiert und getanzt. Den Gerüchten nach soll die Scheunenparty bis zum Morgengrauen angedauert haben.



Wer 2018 nicht zum Hamburger Derby fährt, der sollte überlegen, ob er Christi Himmelfahrt nicht vielleicht in Wallmerod verbringt.
Text: Julia Läßig und Fotos: Klaus Schreiber