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Ein Teilnehmer blieb unsichtbar in Marbach

Petrus muss ein Jagdreiter sein ... noch die ganze Woche zuvor bewies er sein Können in allen Facetten, ob 20 cm Schnee, Regen in Bindfaden oder Temperaturen, die am Auto morgens den Eiskratzer forderten. Aber schon beim Packen in der Früh im heimischen Stall zeigte sich das Panorama des Albtraufs in einer vielversprechenden Morgensonne und ließ die Vorfreude noch größer werden.

Einige Reiter/Pferd-Paare waren schon am Freitag angereist und starteten schon früh am Samstag in den Geländespringlehrgang im Eichelesgarten, unter fachkundiger und sehr geduldiger Anleitung von Hauptsattelmeister Rolf Eberhardt. In sechs Gruppen zu je sechs Paaren wurden die vielseitigen festen Hindernisse bestritten. Für manchen Reiter wirkten die Sprünge wohl höher und gewaltiger als für deren Pferde, aber diese überwanden die Sprünge mit viel Courage. Der Sturz eines Paares an einem Aufsprung sorgte für einen Schreckmoment. Aber  dem Pferd ist nichts passiert und der Reiter ist auf dem Wege der Besserung.


Nachdem die Pferde in ihren Gastboxen untergebracht und versorgt waren, trafen sich nun alle, nach einer viel zu langen Winterpause, mit großer Wiedersehensfreude zum Mittagessen im Gestütsgasthof. Nach der Pause und einem kleinen Gang des Einen oder Anderen zum Schmusen mit vielen kleinen Fohlenmäulchen ging es hochmotiviert weiter mit einem Vortrag von Ulrike Naumann zum Jagdreglement und anschließend einem sehr interessanten Einblick in die Zucht von Vielseitigkeitspferden in Baden-Württemberg von Zuchtleiterin Dr. Carina Krumbiegel.
Zum Abend wurden die Pferde zu einem jagdlichen Ausritt gesattelt, ohne Hunde, mit knapp 40 Reitern. Die Strecke führte durch den Wald um die Gedenkstätte Grafeneck. Auch hier zeigten sich die letzten Spuren von Petrus’ Kapriolen,  vorbei an Schneefeldern, die den Bärlauch bedeckten, zurück in die wärmende Abendsonne eines Südwesthanges mit Blick auf Dapfen. Zum Ausklang des Tages trafen sich die Jagdgäste im Gestütsgasthof, zum Essen, zu schönen Gesprächen und zum Pläneschmieden bis spät in den Abend.


Der Sonntagmorgen zeigte sich von seiner besten Seite. Die Sonne strahlte und begrüßte rund 50 Reiter aus vielen Teilen Suddeutschlands, aus der Schweiz und sogar aus Mecklenburg-Vorpommern. Gegen 10 traf man sich zum sehr liebevoll vorbereiteten Stelldichein und später zu Pferd, auf der Geländewiese vor der Landesreitschule. Master Gerd Klapschus und seine Frau Andrea Wiehn waren mit der Meute angereist.  Wiehn führte als Jointmaster die Hunde, die voller Vorfreude waren, ganz besonders die kleine Inula, der wohl schon die erste Schleppe in der Nase hing. Sie zirkelte ein wenig durch die umstehenden Pferde, schloss sich dann aber nach Ermahnung wieder der Meute an.
Auf dem Weg zur ersten Schleppe entlang des unteren Gestütshofs, war jeder unterwegs, der konnte: Familien, Wanderer, Radler, Motorradgruppen, Segelflieger. Die Strecke führte auf fünf Schleppen um das Gestüt. Um Reitern und besonders den Hunden Neues zu bieten, ging es aber dieses Jahr in anderer Richtung. Die Hunde folgten spurtreu. Nur auf einer Wiese nördlich des Eichelesgarten ließen sie sich von der Strecke im Vorjahr täuschen und wechselten kurz auf die andere Straßenseite.
In der Pause am Wolfgangsee, versorgt durch die vielen fleißigen Helfer, bot sich ein ganz besonderes, romantisches Postkartenmotiv. Eine Dampflok schob sich vollbesetzt mit Gästen der Schwäbischen Alb, mit lautem Zischen und heulendem Signalhorn an der Jagdgesellschaft vorbei.


Unfallfrei, nur durch kurze Irritationen eines glimpflichen Sturzes und Verlust von Hufschuhen unterbrochen, ging die Jagd zu Ende am fischerTeich für die in Kürze stattfindende Vielseitigkeit. Vorbei an Julmonds Grab ging es zurück zur Landesreitschule und zur Curèe für die Hunde. Im Gestütshof warteten viele aufgeregte Kinder,  die vom lauten Hufgetrappel zwischen den Stallungen aufmerksam geworden waren und sogar die Fohlen einen Moment vergaßen.
Zum abschließenden Essen trafen sich dann auch die Meutemitglieder, die in diesem Jahr mit ihrem jüngsten Nachwuchs noch lieber ohne Pferd an der Jagd teilnahmen. Ein gelungener Start in die Jagdsaison.
Text: Antonia Cramer, Bilder: Kim Eberhardt und Franziska Schöck