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Ein Dorf im Wendland packt an

Langendorf rockt! Eine Schleppjagd als Dorffest für alle, das gibt es nicht so häufig. Lars und Dora Kämpfer haben es geschafft, ihre Nachbarn, Freunde, Mitbürger im Wendland für ihre Premiere mit der Niedersachsenmeute zu begeistern. Ein memorabler Saisonauftakt.

Wie schafft man das? Die Jagdherrin schildert wie es geht „auf dem Land“, wo ihr Mann als Hausarzt unterwegs ist: „Unser Dorf war tatsächlich mit unglaublicher Begeisterung dabei. Wir hatten so viele Angebote zur Unterstützung, dass wir nicht alle in Anspruch nehmen konnten. Im vorigen Sommer haben wir alle Grundbesitzer und unsere Bürgermeisterin eingeladen und bei uns im Garten erklärt was wir gerne machen würden. Mit einem kleinen Film von der Hubertusjagd bei Eugen Klein haben wir gezeigt wie eine Schleppjagd ungefähr abläuft. ALLE haben uns sofort ihr okay gegeben. Mein Mann hatte dann leider im November auf der Luisenjagd in Potsdam einen Unfall. Ein Freund und Landwirt aus unserem Dorf hat dann eigenständig einen Nachbarn gefragt, ob er mit ihm das Holz für die Hindernisse aus dem Wald holt, da mein Mann noch nicht 100% fit war. Ein anderer Landwirt hat extra erst nach der Jagd eingedrillt, damit wir den Graben springen konnten und ein weiterer Landwirt hat uns über sein Vorgewände reiten lassen. Freunde, Jagdreiter und Nachbarn kamen zum Strecke aufräumen, zum Hindernisbau, haben das Dorfgemeinschaftshaus mit uns bestuhlt, die Suppe ausgeteilt und am Sonntag mit uns aufgeräumt!
Zwei Wochen vor der Jagd hat unser netter Zeitungsbote an jeden Haushalt ein Infoschreiben verteilt. Darin haben wir alle zum Zuschauen eingeladen und kurz erklärt, was eine Schleppjagd ist - es wird kein Wild gejagt! Unser Dorf hat 200 Haushalte und fast alle waren zumindest zum Stelldichein dabei. Einige sind trotz eisigen Windes auf den beiden Treckeranhängern mitgefahren. Die Treckeranhänger wurden von zwei Landwirten aus unserem Dorf zur Verfügung gestellt und gefahren. Beide machen im nächsten Jahr wieder mit. Auch alle anderen Helfer und Unterstützer haben uns gesagt, dass sie im nächsten Jahr wieder dabei sind.
Schlussendlich wachte Martin Bergmann (RV Ebsdorf und selber Jagdveranstalter mit der Niedersachsenmeute in Dreilingen, Anm.d.Red.) über unser Vorhaben und hat uns (mit Begeisterung!) im rechten Moment geschubst oder gebremst.


Der „Geburtshelfer“ Martin Bergmann schildert seine Eindrücke so: „Wer hätte das gedacht? Erste Schleppjagd in Langendorf und gleich solch ein voller Erfolg! 60 Reiterinnen und Reiter hatten sich bei Dora und Lars Kämpfer zur Schleppjagd eingefunden. Bereits beim Stelldichein im Garten herrschte eine erwartungsvolle Stimmung was denn wohl der Tag bringen würde.
Die Parforcehornbläser aus Ebstorf, zu Pferde und zu Fuß, bliesen zunächst die Fanfaren „Sammeln“ und „Niedersachsenmeute“ und dann begrüßte Jagdherrin Dora Kämpfer die Jagdgesellschaft sowie die Niedersachsenmeute unter der Leitung von Leonard von Schultzendorff.
Ihr herzlicher Dank ging an die Land- und Forstwirte, die dieses Vorhaben sehr wohlwollend unterstützten, sowie an die vielen freiwilligen Helfer die zum Gelingen des Jagdfestes beitrugen.
Mit der Fanfare „Aufbruch zur Jagd“ setzten sich die Felder in Bewegung, voller Erwartung der ersten Schleppen im Wald.


Herrliche Schneisen und Wege sowie der Ritt über Boden wie gewachsen ließen die Reiterherzen höher schlagen - eben eine sehr natürliche Jagd. Einige gut gebaute Sprünge waren der Landschaft hervorragend angepasst und erhöhten den sportlichen Reiz dieser Schleppen.


Und dann ging es auf die Elbtalwiesen. Schneidiger Wind blies der Schleppe, den Hunden und den Feldern entgegen. Aber die Meute arbeitete die Schleppen sehr, sehr gut aus, mit Hochgenuss beobachtet von den Zuschauern auf den Anhängern und den breit reitenden Feldern die in der Ferne die alte Dömitzer Eisenbahnbrücke wahrnehmen konnten.


Nach drei Wiesenschleppen hieß es dann Halali, Halali, Halali. Die  Hunde und Pferde wurden versorgt und dann traf sich die Jagdgesellschaft zur Jagdvesper im Dorfgemeinschaftshaus.
In angeregten Gesprächen ließ man diesen besonderen Jagdtag Revue passieren, immer verbunden mit der Bitte, dieses Frühjahrsevent doch zu wiederholen. Kämpfers ...ihr seid am Zuge!“


Und mit ihnen die Langendorfer, möchte man hinzufügen.

Bilder: Andreas Güldner. Mehr unter https://flic.kr/s/aHskRmjs29
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