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Jagdwoche Wietzetze 2010

Mit der Warendorfer Meute im Wendland.


Wenn eine Veranstaltung seit weit über 10 Jahren am gleichen Ort und mit unveränderter Zielsetzung, Jagdreiten nämlich, stattfindet, und wenn sich zu den „Alten“ immer wieder „Neue“ hinzugesellen und es schön finden, dann darf das ruhigen Gewissens Tradition genannt werden, und eine gute noch dazu.

Und dann spielt es auch keine Rolle, ob es nun die 17. oder 18. oder 19. Jagdwoche in der langen Zusammenarbeit der Familie Schulze mit Willy Rehr und der Warendorfer Meute war; Hauptsache die 20. wird auch geritten, und daran hegt keiner der vielen Aktiven auch nur den geringsten Zweifel.

Der einwöchige Marathon beginnt offiziell mit dem Hissen der Warendorfer Meutefahne am Samstagabend, würdig umrahmt von den Hörnerklängen der örtlichen grünen Jäger. Dabei wurde Olaf Pikör vom Honorary Master in den Rang des Ersten Schleppenlegers der WM erhoben; das dabei überreichte Schleppgeschirr hatte Willy aus Strumpfbändern aus seiner reichen Kollektion selbst gebastelt; der erste „burner der Woche“! Beim anschließenden traditionellen Lammbraten und in der zum Basislager erklärten Bar fand sich die Corona schnell zusammen, und so blieb es auch während des gesamten Verlaufs.

Vier Jagden bilden das Kernprogramm der Jagdwoche: Sonntag „Kleine Waldjagd“, Dienstag „Jagd in der Göhrde“, Donnerstag „Große Waldjagd“ und Samstag „Jagd in den Elbwiesen“; das Ganze wurde perfekt abgerundet durch die montägliche Fahrradtour durch Hitzacker sowie den „Ritt der 7 Köstlichkeiten“, über den Petra Schlemm bereits umfassend berichtet hat.

Kleine Forstjagd: Eine kurze, knackige Jagd durch die Mischwälder um Wietzetze, die für Hunde, Pferde und Reiter einen hervorragenden Einstieg bietet. In diesem Jahr besonders hervorzuheben die sehr sorgfältig überarbeiteten Sprünge, die sich bei strahlendem Wetter vor dem bunten Herbstlaub ausnehmend gut präsentierten und ebenso nehmen ließen. Allen voran galoppierte die ältere Tochter des Hauses, Hanna, auf ihrem Schimmel, und Papa Bernd machte auch nicht die allergeringsten Anstalten, seinen väterlichen Stolz zu verbergen. Recht hat er.

Jagd in der Göhrde: Die Göhrde ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Norddeutschlands; bekannt u a durch seine uralten Baumriesen, die dort ehemals jagenden deutschen Kaiser, und die beiden ungeklärten „Göhrde“ Doppelmorde aus dem Jahre 1989. Unserer Jagdgesellschaft bietet sich der wahrlich einmalige Genuss, dieses herrlich urwüchsige Terrain – wieder bei bestem Wetter – bereiten zu dürfen; was für ein Privileg.

Große Forstjagd: Wieder geht es vom Stelldichein in die Wietzetzer Wälder. Am Bahnhof Leitstade treffen wir auf berittene Polizei, die mit der Sicherung der Bahnstrecke während des anstehenden Castor Transportes befasst ist. Die langen Schleppen mit guten Bergauf-Bergab-Passagen und genügend Ecken, an denen sich die hervorragende Arbeit der Hunde beweist, sind ein Hochgenuss, und beim Halali sind alle hochzufrieden.

Jagd in den Elbwiesen: Nach den vorangegangen Waldjagden nun mit der Fluß- und Auenlandschaft ein völlig anderes Gelände mit wiederum eigener Stimmung. Dass durch das vorangegangene Hochwasser einige Einschränkungen in Kauf zu nehmen waren, wussten wir vorher, und nicht nur der Stop am Elbufer hatte was.

Insgesamt konnten wir hinter 30 Koppeln pfeilschneller und engagiert jagender Hündinnen 4 feine Jagden reiten, die beim letzten Halali schon die Vorfreude auf 2011 aufkeimen ließen. Das gesamte jagdliche Geschehen wurde abschließend vor einem äußerst gestrengen Jagdgericht verhandelt, wobei Willy sich in seiner angestammten Funktion als klageführender Staatsanwalt auf seitenlange Notizen und manchen Bärenfang stützen konnte; die Angeklagten nahmen´s mit Humor und Heidegeist, und exekutiert wurde keiner.

Aus dem Rahmenprogramm unbedingt zu erwähnen ist die Fahrradtour durch Hitzacker vom Montag. Nachdem Bernd uns auf hochkomfortablen Rädern „beritten“ gemacht hatte, vermittelte er uns an unterschiedlichen Stationen vom archäologischen Freilandmuseum über Elbhafen, enge Gässchen bis hinauf zum Weinberg viele schöne Einblicke in dieses historische Stadtchen, die durch Louise´s on-the-spot-catering zu immer neuen kleinen Highlights wurden.

Text: Harald Mayer
Fotos: *