„Reiter kommt von Ritter“, weiß einer seiner besten Freunde und Helmut Jäger sei „so einer von der aussterbenden Art“. Wann immer einer kein gesundes Pferd für eine Jagd hat – im Stall im baden-württembergischen Schrozberg findet sich oft genug eine Leihgabe. „Jede nicht gerittene Jagd ist ein verlorener Tag,“ sagt der Dachdecker- und Zimmer-Meister und da sollen doch Freunde in Not nicht hintenan stehen.
Pferde und das Jagdreiten sind die größten Passionen des Zwei-Meter-Mannes, der neben seinem Betrieb auch einen Stall mit 80 Pferden führt. Bis zu zehn Fohlen züchtet er jedes Jahr, meistens Holsteiner aber auch mit Hengsten aus Marbach. Die meisten stehen liebevoll betreut und artgerecht gehalten bei ihm zu Hause, aber etliche sind auch in Beritt. Jägers Pferde gehen alle Jagden, aber sind auch im großen Sport zu finden. Bis zum Bundeschampionat in Warendorf ist er schon gefahren. Ein Eigenprodukt hat er als Fahrpferd in die Schweiz verkauft und das ist inzwischen ein Europameister im Einspänner. 2007 stellte er den Sieger im Süddeutschen Freispringchampionat. Beachtliche 9,4 erhielt der Cassini I-Sohn. Springen können müssen Jägers Pferde. Er schenkt sich und seinen Rössern nichts im Jagdfeld, reitet aber ausnahmslos auf Wassertrense. Helmut hat es gerne sportlich, wissen seine Freunde. Je höher und breiter die Hindernisse, desto besser. Zehn bis 20 Jagden reitet er pro Jahr als Mitglied bei der Frankenmeute hinter Beagles, den Bayern mit ihren Foxhounds und der Hardt-Meute und ihren Franzosen. Davon hat ihn bislang auch eine Herzoperation und ein neues Knie nicht abgehalten. „Am Samstag wird er fit sein“, sind die Freunde des Haudegens überzeugt, der hart im Nehmen ist und neue Pferde gerne an Wassergräben ausprobiert. „Das Geschäft und die Pferde – da kann man sich daheim eben nicht aufs Sofa legen.“
Am 15.Mai wird er 65, und das wird gefeiert. Natürlich im Rahmen einer Schleppjagd - dieses Mal hinter den Foxhounds des Schleppjagdverein von Bayern, die dafür von Pöttmes einmal quer durch Bayern fahren. PS